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EC-Karten-Problem entspannt sich nur langsam

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Das Jahr-2010-Problem bei EC- und Kreditkarten mit Chip ist wohl doch noch nicht so schnell ausgestanden, wie zunächst gehofft – zumindest wird es noch einige Tage dauern, bis die betroffenen Karten bei Händlern wieder in vollem Umfang funktionieren respektive akzeptiert werden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) empfiehlt in einer Pressemitteilung mittlerweile sogar, "im üblichen Umfange Bargeld mitzuführen, um notfalls bar bezahlen zu können". Grundsätzlich sind aber auch Kunden anderer Institute betroffen, die der Empfehlung des DSGV folgen sollten. Abhebungen an Automaten sollen aber mittlerweile kein Problem mehr sein.

Betroffen sind bei Sparkassen und Landesbanken rund 20 Millionen der rund 45 Millionen ausgegebenen EC-Karten (girocard) und rund 3,5 Millionen der 8 Millionen ausgegebenen Kreditkarten. Insgesamt sollen 25 Millionen EC-Karten und 5 Millionen Kreditkarten sowie 200.000 Terminals in Geschäften das Problem aufweisen. Der Fehler bei den Terminals tritt offenbar nur dann auf, wenn dort Software installiert ist, die den neuesten ZKA-Sicherheitsstandard "electronic cash TA 7.0 Typ 3 und Typ 4" unterstützt.

Bei den Karten handelt es sich um solche, die einen Chip eines bestimmten Herstellers mit dem Kartenbetriebssystem SECCOS-5 tragen. Aufgrund eines Programmierfehlers bei der Verarbeitung des Datums lehnt die Karte bestimmte Befehle vom Terminal ab. So liefert ein Befehl zur Autorisierung von Transaktionen (Generate Application Crypto-Gram, Generate AC) offenbar einen Fehlercode zurück und die EMV-Transaktion wird abgebrochen.

Da sich der Fehler auf den Karten nicht so ohne weiteres korrigieren lässt, müssen nun alle "TA-7.0"-Terminals von den jeweiligen Netzbetreibern umkonfiguriert werden, damit diese die Karten nicht mehr per EMV-Anwendung ansprechen, sondern über die Anwendungen "electronic cash ecc" oder die magnetstreifenbasierten Anwendung "electronic cash Spur 2" authentisieren beziehungsweise richtige Daten auslesen können. Das ist allerdings nicht über Nacht erledigt – die Dienstleister planen mit bis zu zehn Tagen. Bis Donnerstag rechnet der DSGV aber immerhin damit, 85 Prozent der Händlerterminals umgestellt zu haben.

Bei Kreditkarten bleibt das Thema jedoch weiterhin brisant, da dies weitere Umstellungen erfordert. Der DSGV empfiehlt deshalb, den Einsatz der Kreditkarte zu versuchen und vorsichtshalber ab nächster Woche auch eine EC-Karte für Kartenzahlungen mitzuführen. Die Situation im Ausland lässt sich am besten mit "Trial and Error" beschreiben: "Derzeit im Ausland befindlichen Urlaubern wird empfohlen, einen Einsatz der Karte zu versuchen, da über die Hälfte der Karten von den Fehlern nicht betroffen ist und selbst betroffene Karten an vielen Terminals uneingeschränkt funktionieren. Sollte dies nicht möglich sein, wird eine Bargeldversorgung am Schalter eines Kreditinstituts mittels einer Kreditkarte empfohlen", rät der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Wenn alle Stricke reißen, sollen Kunden mit ihrer Sparkasse Kontakt aufnehmen. Wer seine Reise demnächst antritt, sollte zur Sicherheit Reisechecks mitnehmen.

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(dab)