ENISA-Sicherheitsbericht: Ohne Strom nichts los

Die European Network and Information Securtiy Agency (ENISA) hat ihren Bericht zu "Störungen der Internetsicherheit" in der EU vorgelegt. Der dreht sich allerdings nicht um Datenklau, sondern um die Verfügbarkeit der Netze.

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Von
  • Kristina Beer

Die European Network and Information Security Agency (ENISA) hat ihren ersten Bericht zu "Störungen in der Internetsicherheit" vorgelegt. Die EU-Mitgliedstaaten haben 51 signifikante Vorfälle für das Jahr 2011 gemeldet.

Die Prozentzahlen zeigen, dass die große Mehrheit der Störfälle die mobilen Netze betroffen hat. Viele Vorfälle haben allerdings mehrere Dienste beeinträchtigt.

ENISA hat sich allerdings nicht wirklich mit der Sicherheit im Internet beschäftigt, sondern eher mit der Zuverlässigkeit der Infrastruktur. Es geht also eher um die Versorgung mit einem Internetzugang als um Gefahren wie Datendiebstahl, Einbrüche in Server und so weiter. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Versorgung mit Strom: Naturphänomene wie Stürme, Überflutungen oder starke Schneefälle können die Stromversorgung beeinträchtigen, Schiffsanker wichtige Unterwasserkabel beschädigen.

Für menschliches Versagen ("human error") gibt es weitere Beispiele im ENISA-Report: Wie ENISA nüchtern darlegt, wurden 10.000 Anwender durch die Brandstiftung eines ehemaligen Provider-Mitarbeiters vom Netz abgeschnitten. 36 Stunden brauchte das Unternehmen, um die Folgen der Kokelei auszuräumen. Daneben sieht ENISA fehlerhafte Hard- und Software als einen der Hauptgründe für unzuverlässige Netzinfrastruktur. Insgesamt sind die Zugänge über Mobilfunknetze deutlich anfälliger als solche über Festnetze.

So störanfällig die Versorgung mit Internet ist, so unzuverlässig war auch der Datenzulauf für die ENISA. Wie die Agentur in ihrem Bericht mitteilt, sind die EU-Mitgliedstaaten laut Artikel 13a der EU-Telekomrichtlinie 2009/140/EC (PDF-Datei) dazu verpflichtet, der ENISA jährlich Berichte zu den größten inländischen Störfällen zukommen zu lassen. Ganze neun Länder kamen der Verpflichtung allerdings nicht nach; weitere neun der 29 Mitgliedsstaaten, hatten keine Störungen zu melden. Die elf übrigen Mitgliedsländer zeigten zusammen 51 signifikante Störungen an. Darunter versteht ENISA Vorfälle, die wenigstens acht Stunden andauern und mindestens 15 Prozent der Kunden eines Telekommunikationsdienstes betreffen. (kbe)