Eingreiftruppe gegen Hacker-Angriffe

Ein fünfköpfiges Team des niedersächsischen Innenministeriums soll in Zukunft die Landes-Netzwerke schützen. Mehrkosten sollen nicht entstehen und die Wirtschaft soll auch profitieren.

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Von
  • Kristina Beer

Mit einem eigenen Expertenteam will das Land Niedersachsen künftig die Computer von Land und Kommunen besser vor Hacker-Angriffen schützen. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) wies darauf hin, dass Angriffe auf die öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft "in den vergangenen Jahren zugenommen" haben und "eine große Gefahr" darstellen.

Ein fünfköpfiges Team soll sich um den Schutz der Netzwerke kümmern. Im Falle eines Angriffs gehöre dazu die Erstellung eines analysierenden Lagebilds der Bedrohung ebenso wie das Ergreifen von Gegenmaßnahmen und die Unterstützung eines Krisenstabs.

"Bislang hat es glücklicherweise noch keine direkten Angriffe auf das Landes-Intranet gegeben", betonte Schünemann. Jedoch seien in anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen oder bei der Bundesregierung bereits zahlreiche Angriffe verzeichnet worden. "Im schlimmsten Fall wird dadurch ein ganzes Netzwerk lahmgelegt."

Zusätzliche Kosten entstünden durch die Einrichtung des Expertenteams nicht. Die Jahreskosten von rund 500 000 Euro würden genau wie die fünf Stellen aus den Mitteln des Innenministeriums gestellt, sagte Schünemann. Die Erkenntnisse der Eingreiftruppe sollen auch der Wirtschaft zur Verfügung stehen.

Nach Angaben des Innenministeriums sind bundesweit bereits zahlreiche Teams von Computerexperten im Einsatz. In mindestens fünf Bundesländern seien entsprechende Abteilungen im Aufbau, wobei die Kompetenzen und Berichtspflichten der Teams uneinheitlich seien. Die Bundesregierung hat als zentrale Anlaufstelle für Sicherheitsfragen das "Computer Emergency Response Team für Bundesbehörden" (CERT-Bund) eingerichtet. (mit Material der dpa) / (kbe)