Frustrierter Mitarbeiter bringt Schweizer Nachrichtendienst in Verlegenheit

Der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat andere Nachrichtendienste davor gewarnt, dass geheime Dokumente öffentlich werden könnten. Verantwortlich sei ein frustrierter IT-Mitarbeiter, der gestohlene Dokumente verkaufen wollte.

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Der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat eine Datenpanne eingeräumt und warnt unter anderem die Nachrichtendienste der USA und Großbritanniens vor der Veröffentlichung von Antiterror-Dateien. Wie der britische Telegraph berichtet, fiel das Datenleck erst auf, als ein frustrierter IT-Mitarbeiter des NDB kurzzeitig festgenommen wurde, nachdem die UBS-Bank die Eröffnung eines Kontos zu fragwürdigen Zwecken an Schweizer Behörden meldete. Dem IT-Techniker wird vorgeworfen mehrere Terabyte Daten aus dem System des NDB gestohlen zu haben, um diese an andere Länder oder Interessierte weiterzuverkaufen. Ob er schon vor seiner Festnahme Daten verkaufte, ist nicht klar. Die Untersuchungen zu dem Fall dauern noch an.

Der Bericht erläutert weiter, dass der unter Verdacht stehende Mitarbeiter schon vor dem Diebstahl durch auffälliges Verhalten von sich Reden machte. Ermittler glauben auch, dass Vorgesetzten oder Sicherheitsmitarbeitern eigentlich hätte auffallen müssen, dass der Verdächtige sich komisch verhält. So soll der Mann äußerst verstimmt am Arbeitsplatz erschienen sein, wenn er überhaupt auftauchte – er soll davon ausgegangen sein, dass seine Ratschläge nicht ernst genommen und er ignoriert wird.

Der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes ist ein recht junger Nachrichtendienst – er entstand erst 2010 aus der Zusammenführung des Dienstes für Analyse und Prävention (DAP) und des Strategischen Nachrichtendienstes (SND). Der verdächtige Mitarbeiter arbeitet bereits seit acht Jahren für die Schweizer Sicherheitsdienste. (kbe)