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Hacker booten Linux auf Nintendo Switch

Über einen Fehler in der Tegra-GPU ist die Hackergruppe Fail0verflow in die Switch eingestiegen und hat nun ein Foto eines bootenden Linux veröffentlicht.

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Hacker booten Linux auf Nintendo Switch

(Bild: Fail0verflow)

Die Hackergruppe fail0verflow hat sich in der Vergangenheit mit Hacks der Playstation 3 und 4 einen Namen gemacht. Vor kurzem hat sie die Nintendo Switch geknackt. Über einen Fehler der Tegra-GPU von Nvidia erhielten sie Zugriff auf das Boot-ROM der Konsole. Laut Fail0verflow soll Nintendo diese Hintertür nicht per Software schließen können.

So soll es auch in Zukunft möglich bleiben, ältere Firmware-Versionen auf die Konsole aufzuspielen, weil die Sicherungen, die ein solches Downgrade normalerweise verhindern, offenbar umgangen werden können. Allerings setzt auch Nintendo mehr und mehr auf eine Online-Anbindung der Switch, die nur mit einer aktuellen Firmware möglich ist. Wer ältere Versionen einsetzt, um nicht lizensierte Software zu starten, dürfte große Schierigkeiten bekommen, das Online-Angebot von Nintendo weiter zu nutzen.

Hack Nintendo Switch

Hauptsache Linux

Nun hat Fail0verflow auf Twitter ein erstes Foto von einem bootenden Linux veröffentlicht. Zu sehen ist ein typischer Boot-Screen mit mehreren Pinguinen sowie der Hinweis auf Debian GNU/Linux. Weitere Infos gibt Fail0verflow nicht. So ist auch unklar, ob die Hacker ihren Exploit jemals veröffentlichen werden, da sie nach eigenen Angaben die Verbreitung illegaler Software-Kopien nicht unterstützen wollen. Ihnen geht es offenbar eher um die sportliche Herausforderung, das Sicherheitssystem auszutricksen, denn eigene Software könnte man auf einem x-beliebigen Android-Tablet deutlich einfacher starten. Allerdings suchen mitlerweile auch andere Gruppen nach einem Zugang, um ihn für Kopien von Switch-Spielen zu nutzen.

Der Start des Linux-Betriebssystems ist ein erster wichtiger Schritt, um die Konsole für eigene Software zu öffnen. Allerdings kann es sehr langwierig werden, bis alle nötigen Funktionen zur Grafik- und Tonausgabe sowie die Steuerung der Gamepads entschlüsselt sind.

Nintendo hat sich bislang nicht zu der Lücke geäußert. Der Konzern setzt jedoch mehr und mehr auf eine Verknüpfung von Soft- und Hardware. So sollen im Frühjahr unter dem Namen Labo Bastelbögen aus Pappe für die Switch-Konsole erscheinen, die aus der Mobilkonsole neue Spielzeuge machen. (hag)