Hacker klauten Pläne für Israels Raketenschild "Iron Dome"

Bei einem Hackerangriff auf drei israelische Waffenschmieden sollen Hacker der chinesischen Regierung in den Jahren 2011 und 2012 haufenweise wichtige Daten zu dem Raketenabwehrsystem erbeutet haben. Die Angreifer sollen der Spezialeinheit 61398 angehören.

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  • Fabian A. Scherschel

Hacker haben in den Jahren 2011 und 2012 massenweise Pläne für den Raketenschild "Iron Dome" der Israelischen Armee gestohlen. Das berichtet der Security-Journalist Brian Krebs. Opfer der Hacks waren die drei israelischen Waffenschmieden Rafael Advanced Defense Systems, Israel Aerospace Industries (IAI) und die Elisra Group. Bei den Angreifern soll es sich um die Comment Crew handeln, eine Gruppe, die dem chinesischen Militär zugerechnet wird. Die Gruppe ist auch als "PLA-Einheit 61398" oder "APT1" bekannt und hat in der Vergangenheit immer wieder US-amerikanische Rüstungskonzerne, Medienunternehmen und andere große Firmen angegriffen.

Eine Abschussbatterie des "Iron Dome"

(Bild: Natan Flayer (CC BY-SA 3.0))

Krebs beruft sich auf die US-amerikanische Sicherheitsfirma CyberESI, die den Angriff untersucht hat. Laut deren Analyse wurde IAI im April 2012 gehackt. Die Angreifer verschafften sich Zugang zum Netzwerk der Firma und verteilten dann Trojaner und anderen Schadcode in der Computer-Infrastruktur. So sollen die Hacker mehr als 700 Dateien, insgesamt 762 MByte, erbeutet haben. Unter anderem ein 900-Seiten-Dokument mit detaillierten Konstruktionsplänen für die Abfang-Rakete Arrow 3.

Das Raketen-Abwehrsystem Iron Dome ist seit März 2011 im Einsatz und ist darauf ausgelegt, Kurzstrecken-Raketen und 155-mm-Artilleriegeschosse im Anflug auf bewohntes Gebiet zu zerstören. Teile des Systems wurden mit US-amerikanischen Geldern finanziert. Es wird auch im aktuellen Konflikt zwischen dem israelischen Militär und der Hamas eingesetzt, um die israelische Zivilbevölkerung zu schützen. In der Vergangenheit hatte die Jerusalem Post auch immer wieder berichtet, dass NATO-Mitgliedstaaten Interesse am Kauf von Iron-Dome-Batterien geäußert hätten.

[Update: 31.07.2014 10:50]

Gegenüber heise Security hat eine Sprecherin der Firma Israel Aerospace Industries (IAI) abgestritten, kritische Systeme des Konzerns seien gehackt worden. Es seien keine geheimen Informationen kopiert worden. Die Sicherheitsvorkehrungen von IAI würden den striktesten Anforderungen genügen und seien in diesem Fall effektiv gewesen. Auf Nachfrage wollte die Firma keine weiteren Details zu dem Vorfall nennen. (fab)