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Security

Hacker lassen Homebrew-Code auf Nintendos Switch laufen

Nintendos Switch ist angeschlagen: Hacker sind in die Spielkonsole vorgedrungen und können mit ihrem Exploit in Verbindung mit einer bestimmten Firmware eigenen Code ausführen. Als vollständig geknackt gilt die Konsole aber noch nicht.

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Hacker lassen Homebrew-Code auf Nintendos Switch laufen

Der Hacker Cody Brocious hat Nintendos Switch eigenen Angaben zufolge erfolgreich attackiert und ist nun in der Lage eigenen Code auszuführen. Dabei ist er aber offenbar noch nicht bis zur Kernel-Ebene vorgedrungen. An diesem Punkt wäre die Konsole vollständig geknackt. Außerdem soll der Exploit ausschließlich mit der Firmware 3.0.0 der Spielkonsole funktionieren.

Nichtsdestotrotz ist das Nintendo ein Dorn im Auge. Schließlich führt so etwas in der Regel immer dazu, dass man auf einer gehackten Konsole Raubkopien abspielen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt ist darüber aber nichts bekannt.

Brocious gibt an, dass er sich im User-Mode beweget und dort Code ausführen kann. Das öffnet Tür und Tor etwa für Homebrew-Anwendungen. Aktuell gibt es aber nur einen Port vom originalen Doom, der aber noch nicht korrekt laufen soll. Das Libreto-Team um den Emulator RetroArch für diverse Konsolen wie das NeoGeo und SNES hat bereits eine Anpassung für Nintendos Switch angekündigt.


Wer Homebrew-Anwendungen ausprobieren möchte, muss auf der Switch die Firmware 3.0 installiert haben. Aktuell ist die Ausgabe 4.0.1. Wer auf 3.0.0 bleiben will, kann aktuelle Spiele wie "Super Mario Odyssey" nicht spielen – der Titel setzt 4.0.0 voraus. Das Spiel "Pokken Tournament DX" bringt die Firmware 3.0 auf dem Modul mit. Ein Downgrade der Konsole ist aber derzeit nicht möglich.

Der Hacker gibt an, mit dem Exploit Toolkit PegaSwitch in den User-Mode vorgedrungen zu sein. Auf der Webseite heißt es aber noch, dass PegaSwitch kein Homebrew ermöglicht, auf Github wurde das Tool aber bereits aktualisiert. Das Exploit Toolkit setzt an der HTML-Rendering-Engine Webkit an. Das war bereits zur Veröffentlichung der Konsole eine Baustelle von Hackern.

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Nintendo und Hackern ist längst im vollem Gange und mit der Firmware 3.0.1 hat Nintendo bereits das Smhax-Schlupfloch geschlossen.

Zwar befinden sich der Hacker derzeit nur im User-Mode, doch die mittlerweile als geknackt geltenden Nintendo-Konsolen 3DS und Wii U wurden anfangs ähnlich bedrängt, bis Hacker letztlich zum Kernel vorgedrungen sind: In einer derartigen Position können sie mit einem Gerät im Grunde machen, was sie wollen.

Das könnte auch auf der Switch bald soweit sein: Der Hacker Plutoo vermeldete bereits vor mehr als zwei Wochen, dass er eigenen Code auf Kernel-Ebene ausführen kann. Weitere Details dazu stehen derzeit noch aus. (des)