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Hackergruppe LulzSec löst sich auf

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In den vergangenen Wochen machte die Hackergruppe Lulz Security (LulzSec) fast täglich mit neuen Angriffen von sich reden. Zu ihren Opfern zählten Sony, Nintendo, der Spieleentwickler Bethesda, die US-Sender Fox und PBS, die Sicherheitsunternehmen Unveillance und die FBI-Vermittlerfirma InfraGard. Auch in die Website des US-Senats und des Pornoanbieters pron.com stieg LulzSec ein. Zuletzt behauptete die Gruppe, einen Ausfall des Webservers der CIA verursacht zu haben.

Am heutigen Sonntag gab die nach eigenen Angaben sechsköpfige Mannschaft hinter LulzSec jedoch eine Erklärung mit dem Titel "50 Days of Lulz" ab, wonach der Spuk jetzt vorüber sein soll. Als Grund für die Entscheidung teilte die Gruppe lediglich mit, die auf 50 Tage angelegte Reise des "Lulz Boat" sei nun vorüber und man wünsche daher "Bon Voyage".

Die Erklärung kommt nicht zuletzt deshalb überraschend, weil LulzSec erst vor wenigen Tagen erklärt hatte, sich mit der ebenfalls recht umtriebigen Hackergruppe Anonymous verbündet zu haben. Kurz danach rühmten sie sich auf Twitter, im Rahmen der "Operation Anti-Security" gemeinsam die Webseite der britischen Behörde für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens (SOCA) lahmgelegt zu haben.

LulzSecs Aktionen waren allerdings seit einiger Zeit auch innerhalb der Szene umstritten – nicht zuletzt, weil man nur zu Beginn noch so etwas wie eine politische Motivation hinter der Wahl der Ziele erahnen konnte. Später schalteten die Hacker aber eigens Hotline-Nummern, über die man angeblich Ziele für DDoS-Angriffe vorschlagen konnte. Daraus haben sich laut LulzSec auch die Angriffsziele EVE Online, League of Legends und Minecraft ergeben. Vor allem aber kamen bei den Aktionen auch Nutzer zu Schaden: Nach dem Hack der Pornoseite stellte LulzSec rund 26.000 registrierte Nutzer durch die Veröffentlichung ihrer Mailadressen und Passwörter bloß.

[Update: Mittlerweile geistert eine Nachricht einer Gruppe namens "The A-Team" durch das Internet, in der angeblich die wahren Identitäten fast aller LulzSec-Mitglieder aufgelistet sind. Zu finden sind darauf unter anderem Namen und Anschriften von Personen aus Großbritannien, Schweden und den USA. Das Schreiben enthält zudem die Aufforderung an die zuständigen Ermittlungsbehörden, sich doch per E-Mail zu melden, falls Logs benötigt werden.] (nij)