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Security

Heroin-Unterschiebeplan misslingt: Kreditkarten-Hacker vor Gericht

Der ukrainische Datenmanipulierer, der dem Journalisten Brian Krebs Heroin ins Haus schickte, um ihn bei der Polizei anschwärzen zu können, hat vor einem US-Gericht zugegeben, Kreditkartenbetrug in großem Umfang begangen zu haben.

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untergeschobenes Heroin

Der Carder ließ dem verhassten Security-Journalisten Brian Krebs tatsächlich eine Heroinlieferung zukommen.

(Bild: Brian Krebs)

Journalisten, die sich mit der Hacker- und Crackerszene befassen, leben mitunter gefährlich. Brian Krebs, der sich zu Recherchezwecken gern in Carder-Kreisen tummelt, erhielt eines Tages dreizehn Tüten reinen Heroins ins Haus geliefert. Ein ukrainischer Hacker hatte diese Aktion veranlasst – sie war Teil seines Plans, Krebs bei der Polizei anzuschwärzen. Der Mann wurde später in Italien gefasst, in die USA ausgeliefert und dort vor einem Bundesgericht angeklagt. Nun hat er sich für schuldig erklärt, die Kreditkartendaten von mehr als 13.000 Nutzern kopiert zu haben.

Krebs hatte 2013 das Internet-Forum des Ukrainers infiltriert, nachdem dieser ihn auf Twitter angepöbelt hatte. So erfuhr der Journalist davon, dass es einen Plan gab, Heroin auf dem damals beliebten Tor-Marktplatz Silk Road anzukaufen und es ihm unterzuschieben. Danach sollte ein Anruf seiner Nachbarn bei der Polizei vorgetäuscht werden, um Krebs als drogensüchtigen Vandalen darzustellen. Krebs informierte die Polizei im Vorfeld. So konnte ihm die Rauschgiftlieferung, die tatsächlich erfolgte, nicht mehr schaden. Später schickte der Ukrainer ihm dann ein pinkfarbenes Blumengesteck in Form eines Kreuzes. Im weiteren Verlauf der Geschichte erhielt Krebs Postkarten aus Italien. Mutmaßlich hat der Kreditkartenbetrüger durch seine unverhohlene Dreistigkeit selbst maßgeblich dazu beigetragen, dass er schließlich verhaftet werden konnte.

Das Urteil in dem Fall wird am 2. Mai erwartet. Krebs geht davon aus, dass dem Carder zwischen zwei und dreißig Jahren Haft drohen. (fab)