Menü
Security

Hunderte Bundeswehr-Rechner von Conficker befallen

vorlesen Drucken Kommentare lesen 574 Beiträge

Der seit Wochen weltweit grassierende Computer-Wurm "Conficker" hat mehrere hundert Bundeswehr-Rechner befallen. "Einzelne betroffene Dienststellen wurden vom Bundeswehr-Netzwerk getrennt, um eine weitere Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Samstag in Berlin. Derzeit gebe es aber keine weiteren Einschränkungen. Spezialisten eines Computer-Notfall-Teams der Bundeswehr und des Unternehmens BWI Informationstechnik GmbH hätten "Maßnahmen zur Entfernung der Schadsoftware und Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit der Computersysteme der Bundeswehr eingeleitet".

Der Computer-Wurm hatte in der Vergangenheit auch schon Rechner von Streitkräften anderer europäischer Staaten befallen. In Frankreich hatte "Conficker" Mitte Januar das Intranet der Marine befallen. Ein Armeesprecher wies vor wenigen Tagen einen Bericht zurück, wonach mehrere Kampfflugzeuge wegen des Virusbefalls am Boden bleiben mussten. Das interne Kommunikationsnetz sei umgehend von anderen Netzen abgetrennt worden, um die weitere Ausbreitung des Computer-Wurms zu verhindern. Auch das britische Verteidigungsministerium hatte mit dem Computer- Wurm zu kämpfen.

Der Computer-Schädling hatte im Januar innerhalb weniger Tage Millionen Rechner weltweit infiziert. Betroffen sind vor allem Netzwerke von Firmen und Behörden. Erst am vergangenen Donnerstag hatte Microsoft für Hinweise, die zur Festnahme und Verurteilung der "Conficker"-Urheber führen, eine Belohnung von 250.000 Dollar ausgesetzt.

Der Wurm nutzt eine Sicherheitslücke in Windows-Betriebssystemen aus. Zudem versuche der Schädling, schwache Passwörter zu knacken. Auch eine Verbreitung über infizierte USB-Sticks ist möglich. "Conficker" ist nach Angaben des Anti-Viren-Herstellers F-Secure "ungewöhnlich schwierig zu entfernen". Der Wurm lädt zudem über das Internet weitere schädliche Software nach. Damit können die Angreifer beispielsweise Passwörter ausspähen oder Spam-Mails versenden. (dpa) / (mw)