IAEA-Chef schürt Angst vor Hackerangriffen auf Atomkraftwerke

Vor zwei oder drei Jahren sollen Hacker ein unbekanntes Atomkraftwerk gestört haben. Wie oder warum weiß alleine die Internationale Atomenergie-Organisation.

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Der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Yukiya Amano, hat während seines Besuches in Deutschland vor "Cyber-Angriffen" auf Atomkraftwerke gewarnt, berichtet Reuters. Es habe vor zwei bis drei Jahren einen Hackerangriff gegeben, der ein Kraftwerk im Betrieb gestört habe. Wo dieser Angriff stattgefunden habe und was genau passiert sei, lies Amano nicht durchblicken.

Reuters erwähnt in seinem Bericht einen Angriff in Südkorea, bei dem Hacker im Jahr 2014 "unkritische Daten" von den Systemen der Betreiberfirma Korea Hydro & Nuclear Power hatten mitgehen lassen. Dabei kann es sich aber eigentlich, genau wie beim Vorfall im AKW Gundremmingen im April, nicht um den von Amano genannten Vorfall handeln. Beide Angriffe hatten, nach aktuellem öffentlichen Kenntnisstand, keinen störenden Einfluss auf die Steuersysteme eines Reaktors.

Meldepflichtige Ereignisse, bei denen wie in Gundremmingen Schadcode in das Steuernetz eines AKWs eindringen konnte, sind in Deutschland äußerst selten. Ein gezielter Angriff dieser Art ist bis jetzt nicht bekannt. Computernetzwerke in Atomkraftwerken sind streng voneinander getrennt, damit ein Einbruch in das Büronetz den Betrieb des Kraftwerks nicht beeinflussen kann. Die Rechner im Betriebsnetz haben dabei keine Anbindung ans Internet, damit sie bei einer Infektion nicht direkt ferngesteuert werden können.

Was nicht bedeutet, dass ein Angriff wie der von Amano geschilderte unwahrscheinlich oder gar unmöglich ist. Abstrakte Unkenrufe ohne technische Details sind für die Öffentlichkeit allerdings wenig hilfreich. Amano betonte gegenüber Reuters, dass der Vorfall dagegen IAEA-intern diskutiert werde – unter anderem bei einem kommenden Atomernergie-Gipfel in Wien. (fab)