Intel kauft McAfee

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Der Halbleiterhersteller Intel schluckt den Antiviren-Spezialisten McAfee. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen seien sich einig, teilte Intel mit. Je Aktie bezahlt der Chip-Weltmarktführer 48 Dollar; das ist ein Aufschlag von 60 Prozent zum Schlusskurs vom Vortag. Das Geschäft hat damit ein Volumen von rund 7,7 Milliarden Dollar. Noch müssen allerdings die Aktionäre und die Wettbewerbshüter zustimmen.

Intel erhofft sich, durch die Kombination von Software und Hardware einen besseren Schutz der Kundensysteme zu verwirklichen. Sicherheit nehme bei der zunehmenden Vernetzung von Geräten eine fundamentale Rolle ein. Die Zusammenarbeit von Sicherheitssoftware und Hardware solle dafür verbessert werden, erklärte Intel laut dpa.

Das dürften viele Anwender als löbliches Unterfangen begrüßen: Ist doch der große Ressourcenverbrauch von Antiviren- und anderer Sicherheitssoftware immer wieder Anlass zu heftiger Kritik. Zudem könnte ein besseres Zusammenspiel von Sicherheitslösungen und Hardware dafür sorgen, dass sich die Energieeffizienz von Computern auch bei Einsatz solcher Software verbessert – Energieeffizienz ist schließlich ein Ziel, das sich Intel ebenfalls groß auf die Fahnen geschrieben hat. Die Wettbewerbshüter dürften aber sicher sehr kritisch prüfen, ob die Übernahme nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führt – eine zu enge Verzahnung der Sicherheitssoftware mit den Prozessoren von Intel wird die Konkurrenz von McAfee kaum goutieren.

McAfee sitzt in direkter Nachbarschaft des Prozessorkonzerns und gehört zu den bekanntesten Anbietern von Antivirus-Programmen. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis 1987 zurück. Zuletzt erzielten die 6100 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Dollar. (dab)