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Intel stellt Gratis-App "File Protect" ein – und warnt Nutzer vor Datenverlust

Hunderttausende Nutzer haben die App "Intel File Protect" heruntergeladen, die Dateien auf dem Smartphone verschlüsselt. Intel will die App am 10. November einstellen – und den Nutzern offenbar den Zugriff auf ihre verschlüsselten Dateien sperren.

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Intel will am 10. November seine für Android und iOS erhältliche Verschlüsselungs-App Intel File Protect beerdigen. Für die Nutzer hat das ernste Konsequenzen: Wer seine geschützten Daten nicht rechtzeitig aus der App exportiert, kann ab dem Termin offenbar nicht mehr darauf zugreifen.

Intel weist auf diesen Umstand in den Beschreibungen in Apples App Store und auf Google Play hin: "Handlungsbedarf! Sie müssen die Dateien vor dem 10. November exportieren, um weiter darauf zugreifen zu können. Sie sollten die App erst NACH dem Export sämtlicher File Protect-Dateien von Ihrem Mobilgerät deinstallieren." Ferner erscheint seit dem jüngsten Update ein Warnhinweis beim Start der App. Wer die App nur gelegentlich nutzt, könnte erst nach dem Tag X von der Einstellung und den damit verbundenen Konsequenzen erfahren. Einige Funktionen wie den Datei-Import hat Intel bereits jetzt abgeschaltet.

Der Countdown läuft: Nutzer von Intel File Protect haben nur noch bis zum 10. November Zeit, ihre Daten zu retten.

Die App verschlüsselt Dateien wie Dokumente, Fotos und Videos auf dem Smartphone oder Tablet und kann sie zudem über Google Drive und Dropbox geräteübergreifend synchronisieren. Des Weiteren bietet sie einen Kameramodus, der die aufgenommenen Medien an der Galerie vorbei verschlüsselt speichert. In der Praxis funktioniert das zuverlässig und auch das Bedienkonzept überzeugt.

Intel begründet das Ende der App wie folgt: "Diese schwere Entscheidung gehört zu jedem Produktlebenszyklus. Sie dient der Optimierung der Benutzerfreundlichkeit". Allein Google Play hat mehrere hunderttausend Downloads gezählt, die meisten Nutzer haben die App mit fünf Sternen bewertet. Allerdings gab es kein erkennbares Geschäftsmodell – sämtliche Funktionen von File Protect sind kostenlos, Werbung oder In-App-Käufe gibt es nicht. Möglicherweise sind Intel die Kosten für Weiterentwicklung und Support der Gratis-App zu hoch. (rei)