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Security

Intelligente Stromzähler in Puerto Rico häufig für dumm verkauft

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In Puerto Rico sind offenbar nicht nur Smart Meter selbst bereits selbstverständlich, sondern auch die Manipulation der "intelligenten Stromzähler", wie der US-Journalist Brian Krebs berichtet. Er beruft sich dabei auf einen auf das Jahr 2010 datierten FBI-Bericht. Demnach haben Stichproben eines nicht näher genannten Stromversorgers ergeben, dass etwa jedes zehnte Smart Meter manipuliert ist. Den daraus entstehenden Schaden schätzt der Versorger auf bis zu 400 Millionen US-Dollar jährlich – entsprechend derzeit 300 Millionen Euro.

Die Stromdiebe des karibischen Inselstaats, der ein assoziierter Freistaat der USA ist, manipulieren die Stromzähler laut dem FBI über die Infrarot-Wartungsschnittstelle mit optischen Ausleseköpfen (Optical Probes), die sie für rund 400 US-Dollar im Internet bestellen. Die passende Software ist nur einen Download entfernt. Dabei bleibt die Hardware des Zählers unversehrt. Unter Umständen genügt es laut dem FBI jedoch auch schon, einen sehr starken Magneten an dem Smart Meter zu platzieren, um an Gratis-Strom zu kommen.

Die Manipulation nutzen berufstätige Kunden etwa, um den Zähler nachts außer Gefecht zu setzen, wenn die stromhungrige Klimaanlage für ein angenehm kühles Schlafklima sorgt. Tagsüber wird der Magnet wieder entfernt – wenn der Kunde ohnehin nicht im Haus ist. Das senkt die Stromrechnung um bis zu 75 Prozent. Da der Zähler weiterhin in regelmäßigen Abständen seinen Zählerstand an den Versorger sendet, fällt der Schwindel nicht auf.

Kriminelle bieten Privatkunden laut dem FBI-Bericht für 300 bis 1000 US-Dollar ihre zweifelhaften Dienste an; für rund 3000 US-Dollar manipulieren sie auch die Zähler von Firmen. Das FBI nimmt an, dass sich auch ehemalige Mitarbeiter des Smart-Meter-Herstellers sowie Mitarbeiter des Stromversorgers ein Zubrot verdienen, indem Sie Zähler manipulieren und ihr Wissen an andere weitergeben.

Um welchen Versorger es sich konkret handelt, geht nicht nicht aus dem Bericht hervor. Laut Krebs kommt jedoch nur der größte Stromversorger Puerto Ricos in Frage, die staatliche Puerto Rico Electric Power Authority (PREPA). Der Versorger installiert nach eigenen Angaben bereits seit 1992 Stromzähler, die man aus der Ferne ablesen kann. (rei)