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Italienische Kryptobörse ausgeraubt: BitGrail fehlen 140 Millionen Euro

Diebe erbeuteten 17 Millionen sogenannte "Nano". BitGrail setzte den Handel vorerst aus. Die Polizei ermittelt.

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(Bild: Steve Buissinne, gemeinfrei (Creative Commons CC0))

Eine kleinere in Italien ansässige Kryptobörse namens BitGrail gab am Freitag bekannt, dass Unbekannte 17 Millionen Einheiten der Kryptowährung "Nano" entwendet hätten. Zum Tatzeitpunkt hatten die Nanos einen Gegenwert von knapp 140 Millionen Euro.

Wie das Wall Street Journal mitteilt, setzten sie Börsenbetreiber den Handel vorerst aus. Die Polizei versuche, die Täter zu ermitteln – bislang ohne Erfolg. Per Twitter meldete sich ein User Namens "Francesco the Bomber", der vorgibt, die kleine Kryptobörse zu betreiben. Offenbar gebe es Verdachtsmomente gegen ihn, die laut eigener Aussage jedoch keinerlei Grundlagen hätten.

Nach der Bekanntgabe rutschte der Kurs des Nano um 6,5 Prozent ab. Nano wird bislang in vergleichsweise geringen Mengen gehandelt. Laut Wall Street Journal wechseln täglich nur Einheiten im Gegenwert von 43 Millionen Euro den Besitzer. Gehandelt wird der Nano lediglich an rund einem Dutzend kleiner Kryptobörsen.

Gestartet war die Kryptowährung 2015 unter dem Namen Railblocks und wechselte erst vor kurzem seinen Namen. Um den Jahreswechsel gab es auch hier starke Kursänderungen: Anfang Dezember lag ein Railblock noch bei 16 Euro-Cent, stieg am 2. Januar auf 30 Euro, um Anfang Februar wieder auf 5,70 Euro zu fallen.

Die Kurse anderer Kryptowährungen wurde vom Nano-Raub nicht beeinflusst. Bitcoin legte zuletzt um elf Prozent auf knapp über 9000 US-Dollar zu, Ethereum kletterte um 12 Prozent auf 902 US-Dollar.

Der Nano-Raub ist bereits der zweite große Hacker-Einbruch bei einer Kryptobörse in diesem Jahr. Im Januar waren Unbekannte bereits in den in Tokyo ansässigen Handelsplatz Coincheck eingebrochen und hatten rund eine halbe Milliarde Einheiten der Digitalwährung "NEM" gestohlen, die zum Tatzeitpunkt einen Gegenwert von etwa 435 Millionen Euro hatten. Coincheck hatte angekündigt, seine Anleger entschädigen zu wollen. Von BitGrail steht eine derartige Zusage noch aus. (hag)