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Microsoft aktualisiert Internet Explorer künftig automatisch

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Microsoft nimmt die Aktualisierung des Internet Explorer künftig selbst in die Hand, wie das Unternehmen bekannt gab. Ab Januar kümmert sich Windows Update in Australien und Brasilien ohne Zutun des Anwenders darum, dass stets die aktuellste Browserversion installiert ist, weitere Länder sollen schrittweise folgen. Bislang wird der Anwender gefragt, ob er auf eine neue Major-Version upgraden möchte.

Der Internet Explorer aktualisiert sich künftig automatisch

(Bild: Microsoft (IE 3))

Damit folgt Microsoft dem Konkurrenten Google, der seinen Chrome-Browser seit jeher automatisch und für den Nutzer weitgehend unsichtbar aktualisiert (Silent Updates). Auch Mozilla arbeitet an einem Auto-Updater für Firefox. Die automatische Aktualisierung führt Microsoft für alle Windows-Versionen ab XP ein. Die Updates werden als "wichtig" gekennzeichnet, wodurch sie in der Regel ohne Zutun des Anwenders ausgeführt werden.

Von diesem Schritt profitieren nach Ansicht des Konzerns einerseits die Anwender, die dadurch stets mit der sichersten Version des Browsers unterwegs sind. Andererseits können Webentwickler ihre Energie verstärkt in aktuelle Standard wie HTML5 investieren, statt in die Unterstützung von Steinzeit-Browsern wie dem IE 6.

Dieser erfreut sich nämlich selbst nach über 10 Jahren noch großer Beliebtheit: Nach Angaben von Microsoft surften im November noch 8,3 Prozent aller Internetnutzer weltweit mit der inzwischen hoffnungslos veralteten Version. Gegenüber dem Oktober hat die Verbreitung wieder geringfügig zugenommen. Microsoft versucht seit dem Frühjahr, Update-Muffel mit der Webseite ie6countdown.com zum Umstieg zu bewegen.

Wer an seiner alten Browserversion etwa aus Kompatibilitätsgründen festhalten will und die Installation von Internet Explorer 8 und 9 über Windows Update in der Vergangenheit bereits abgelehnt hat, soll auch nach der Umstellung des Update-Verfahrens nicht weiter mit den automatischen Updates behelligt werden. Zudem soll man die Updates deinstallieren können, wodurch die zuvor installierte Browserversion wiederhergestellt wird.

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass der Internet Explorer beim Windows Update nicht angetastet wird, greift zum Automatic Update Blocker Toolkit, das Microsoft für Nutzer der IE-Versionen 8 und 9 anbietet. Für zukünftige IE-Versionen plant Microsoft eine Option, mit der man die automatischen Updates deaktivieren kann. Die vorinstallierte Browserversionen will Microsoft auch künftig mit sicherheitsrelevanten Updates versorgen. Moderne Sicherheitsfunktionen wie die Sandbox "Protected Mode" bleiben aber neueren Versionen vorbehalten. (rei)