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Millionenschaden durch mTAN-Betrug

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Bis zu 36 Millionen Euro sollen von über 30.000 Bankkunden mit dem Trojaner Zeus in the Mobile (ZitMO) gestohlen worden sein, allein 13 Millionen davon in Deutschland. Kaspersky Lab hatte bereits vor einigen Monaten über Zeus in the Mobile berichtet, mit ihrer Studie (PDF-Datei) konkretisieren die Software- und Sicherheitsfirmen Versafe und Check Point Software Technologies nun die Informationen zu ZitMO und beschreiben seinen Wirkungsbereich. Sie geben der "Angriffs-Kampagne" den Namen "Eurograbber".

Der Ausgangspunkt der Betrügereien ist ein infizierter (Windows-)PC.

(Bild: Versafe & Check Point (PDF-Datei) )

Die Opfer der Eurograbber-Kampagne sollen allesamt aus Europa stammen, Versafe und Check Point schließen aber nicht aus, dass es auch außerhalb der Eurozone ähnliche Attacken gibt. Die Kampagne soll in Italien begonnen und sich dann über Deutschland, Spanien und Holland ausgebreitet haben. Für die Angriffe wurden zunächst PCs und dann die mobilen Geräte der Opfer mit Trojanern infiziert, um die Mehrfach-Authentifizierungen der Banken auszutricksen.

Die auf infizierten Windows-PCs installierten Schadprogramme überwachten und manipulierten dazu die Online-Banking-Sitzungen ihrer Opfer. In diesem scheinbar vertrauenswürdigen Umfeld baten sie um Nummer und Typ des Handys für die Installation eines wichtigen Sicherheitsupdates. Wer das anschließend an die Handynummer geschickte, angebliche Update installierte, fing sich damit einen Trojaner ein, der zukünftig mobile TANs (mTAN) klaute und an die Betrüger weiterleitete. Die abgegriffenen Daten wurden auf kompromittierten Servern gespeichert; um die geheim zu halten, wechselten die Angreifer gelegentlich Server und Domain-Namen.

Die Kunden werden nach der Infektion um die Installation eines Sicherheitsupdates gebeten.

(Bild: Versage & Check Point (PDF-Datei) )

Der Trojaner wurde für Android- und Blackberry geschrieben; eine iOS-Variante gibt es offenbar nicht. Durch die wachsende Verbreitung von Android-Betriebssystemen ist die Reichweite des ZitMO dementsprechend groß.

Die Abbuchungen von den Konten der Opfer belaufen sich laut Versafe und Check Point auf 500 bis zu 250.000 Euro. Die Angreifer sollen bei ihren Überweisungen auch Dispolimits ausgeschöpft haben. Die Schadenssumme von 36 Millionen Euro ist bisher von keinem anderen Dienst bestätigt worden. Gegenüber heise Security gab die Berliner Polizei noch Mitte November an, dass die Anzahl von eingegangenen Strafanzeigen zu mutmaßlichen ZitMo-Angriffen im einstelligen Bereich liege. Eine mögliche Erklärung für die hohe Summe könnte sein, dass die Forscher die Protokolle der Server ausgewertet und daraus eine Schadenssumme hochgerechnet haben, ohne dabei zu berücksichtigen, dass nicht alle Betrugsversuche auch tatsächlich erfolgreich sind. (kbe)