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Security

Mit Ameisen gegen Computerwürmer

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Weil Ameisen in der Natur beim Auffinden und der Bekämpfung von Feinden ziemlich erfolgreich sind, hat ein Forscherteam versucht, ein ähnliches Modell auf Computernetzwerke abzubilden. Anders als bei herkömmlicher Virenabwehr ist dabei auf den PCs kein Scanner fest installiert. Vielmehr wandern digitale Ameisen durch das Netz und suchen auf den PCs nach Schädlingen. Dabei sollen bis zu 3000 verschiedene Arten von Ameisen eingesetzt werden, die jeweils einzelne Arten verschiedener Bedrohungen erkennen können.

Erkennt eine Ameise eine Bedrohung, hinterlässt sie eine digitale Duftmarke. Andere digitale Ameisen werden von der Marke "angezogen" und können ebenfalls ihre Marke dazusetzen. Je "intensiver" dieses Signal, desto mehr Ameisen wandern zu einem PC und untersuchen ihn. Eine Infektion soll sich so zuverlässiger und ressourcenschonender erkennen lassen als mit einem Scanner, der abertausende von Signaturen und spezielle Erkennungsverfahren mitbringt.

Insbesondere in großen Netzen mit vielen identischen PCs soll die auf Schwarmintelligenz beruhende Lösung gut funktionieren. Die Zusammenarbeit zwischen der Wake-Forest-Universität und dem Pacific Northwest National Laboratory (PNNL), einem Labor des US-Energieministeriums, trug in ersten Test auch Früchte: Die digitalen Ameisen spürten in einem Netz mit 64 PCs erfolgreich einen Computerwurm auf.

Nach Angaben der Forscher sollen die Ameisen sich aber nicht unkontrolliert im Netz bewegen und aus Versehen die Kontrolle über einen PC übernehmen können. Um einen Rechner untersuchen zu dürfen, bedarf es eines digitalen Postens auf dem PC, der die Arbeit der Ameisen überwacht und die Ergebnisse an eine zentrale, von Menschen gesteuerte Kontrollstation weiterleitet. (Daniel Bachfeld) / (dab)