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Mit Heuristik gegen Erpresser: Kaspersky stellt 2015er-Produkte vor

Die neuen Versionen der Virenwächter Kaspersky Anti-Virus und Internet Security bringen neben Dateilverbesserungen eine Heuristik mit, die Lösegeld-Trojanern ein Schnippchen schlagen soll.

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Kaspersky hat die deutschen 2015er-Ausgaben seiner Virenwächter veröffentlicht. Wie üblich hat der Hersteller die Bedienoberfläche entsprechend dem aktuellen Trend etwas schlichter und eckiger gestaltet. Die interessanteste Neuerung ist eine Überwachung persönlicher Dateien auf ungewollte Änderungen durch sogenannte "Cryptolocker-Software". Diese Lösegeld-Trojaner verschlüsseln die Dokumente des Anwenders und verlangen zur Freigabe die Zahlung eines Lösegelds.

Voll im Einfach-Trend: Das Hauptmenü von Kaspersky Internet Security 2015.

(Bild: Screenshot)

Im Gespräch mit Heise Security erklärte Alexander Amrilloev, Deputy Head of Architecture Office bei Kaspersky, dass der Wächter dazu mittels eines heuristischen Verfahrens prüfe, ob ein Prozess bösartiger Natur ist, wenn er auf die persönlichen Dokumente des Anwenders zugreift. Schlägt die Heuristik an, soll Kaspersky 2015 zunächst Schattenkopien der betroffenen Dateien anlegen und die Dokumente danach zum Verändern freigeben. Das soll vermeiden, dass von der Heuristik zu Unrecht verdächtigte – also erwünschte – Software an ihrer Arbeit gehindert wird. Nach der Beseitigung der Ransomware sollen sich die verschlüsselten Dateien mit den unmitttelbar zuvor angelegten, unverschlüsselten Sicherungskopien wieder überschreiben lassen.

Als weitere Neuerung hat Kaspersky einen Webcam-Schutz eingebaut, der den unberechtigten Zugriff auf Videogeräte durch Hacker oder Spähsoftware unterbinden soll – der Hersteller will damit die allgegenwärtigen Klebestreifen auf Notebook-Webcams überflüssig machen. Ob ein Softwaremodul den gleichen hundertprozentigen Schutz bieten kann wie ein Stück Klebeband, bleibt abzuwarten -- zumindest die psychologische Wirkung einer wirklich blindgemachten Kamera dürfte unersetzlich sein.

Kaspersky Anti-Virus 2015 läuft auf Windows ab XP mit Service Pack 3. Für ein Gerät und ein Jahr kostet es 30 Euro. Für die größere Version Internet Security werden 40 Euro fällig. Sie bringt zusätzlich zu den Malware-Schutzfunktionen noch Extras wie Kindersicherung und Online-Banking-Schutz mit. Lizenzen für drei Geräte kosten jeweils 20 Euro mehr; Lizenzen für fünf Geräte liegen bei 60 beziehungsweise 90 Euro. (jss)