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Security

Neue Trojaner-Welle mit vermeintlichen Anwaltsrechnungen

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Seit gestern sind zwei neue Wellen von Trojaner-Mails unterwegs, die unter dem gefälschten Absender zweier bekannter Anwaltskanzleien Geld einfordern. Für weitere Informationen solle der Empfänger die vermeintliche Rechnung im Anhang öffnen, der tatsächlich aber nur ein Schadprogramm enthält, das inzwischen fast alle aktuellen Virenscanner erkennen. Allein auf den E-Mail-Servern des Heise-Verlags sind inzwischen mehr als tausend dieser E-Mails eingegangen.

In den E-Mails der ersten Welle, vor denen auch das BSI warnt, wird die Anwaltskanzlei Olaf Tank als vermeintlicher Absender angegeben. Die zweite Welle kommt im Namen der Rechtsanwaltsgesellschaft Thieler daher. Auffällig ist, dass keine der E-Mails persönliche Daten des Empfängers wie Name oder Anschrift enthalten. Außerdem sind die Forderungsbeträge falsch aufsummiert. Bei den im sonstigen Wortlaut identischen vorgeblichen Thieler-Mails stehen statt Beträgen und Aktenzeichen sogar lediglich Platzhalter. Unterzeichnet sind auch sie mit dem Namen "Olaf Tank".

Die Masche ist bekannt. Erst vor rund sechs Wochen schwappte eine E-Mail-Welle nach dem gleichen Strickmuster durchs Netz. Beide in den Schreiben genannten Anwaltskanzleien gibt es wirklich, beide haben zuvor öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Olaf Tank hat in der Vergangenheit das Inkasso für die Gebrüder Schmidtlein übernommen, die für ihre umstrittenen Geschäftspraktiken im Bereich der Abo-Dienste bekannt sind. Auch die Kanzlei Thieler ist bekannt. Laut taz geriet sie 2003 wegen des Verdachts auf "systematische Entmietung" ins Visier staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass Anwälte ihre Forderungen tatsächlich per E-Mail verschicken.

Siehe dazu auch:

(cr)