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Security

Niederländische Regierung spricht sich gegen Krypto-Hintertüren aus

Verschlüsselung sei für die Gesellschaft zu wichtig, um sie absichtlich zu untergraben, so die Volksvertreter. Außerdem wird das OpenSSL-Projekt mit einer halben Million Euro gefördert.

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Tweede Kamer

(Bild: Tweede Kamer)

Die niederländische Regierung hat sich in einem Positionspapier klar gegen staatliche Hintertüren in Krypto-Verfahren ausgesprochen. Damit reagiert sie auf Diskussionen in der zweiten Kammer des Parlaments nach den Anschlägen in Paris. Vor einigen Monaten hatte die Regierung dem OpenSSL-Projekt bereits eine halbe Million Euro Unterstützung für das Jahr 2016 zugesichert, um die Verschlüsselungs-Infrastruktur des Internets zu stärken.

Das Papier geht auf Argumente beider Seiten in der Diskussion ein: Auf der einen Seite sei Krypto die Grundlage vieler Prozesse der modernen Gesellschaft und müsse deswegen besonders geschützt werden, könne auf der anderen Seite aber auch von Kriminellen und Terroristen genutzt werden und müsse deswegen vom Staat ausgehebelt werden können. Nach einer gründlichen Abwägung sei die Regierung zu dem Schluss gelangt, dass Verschlüsselung im modernen Leben so wichtig sei – zum Beispiel beim Online-Banking, zum Schutze der individuellen Privatsphäre und bei der Kommunikation mit und innerhalb der Regierung –, dass ihr Schutz Vorrang vor anderen Bedenken haben müsse.

Laut der niederländischen Regierung bergen Hintertüren in Verschlüsselungs-Software immer die Gefahr, dass nicht nur legitime staatliche Organe wie Geheimdienste und Polizei sie nutzen, sondern diese auch von Kriminellen oder Diensten anderer Länder gekapert werden können. Ein potenzielles Vorkommen dieser Art war erst kürzlich mit den Hintertüren in Netzwerktechnik von Juniper wieder im Gespräch. Dieses Risiko sei zu hoch, bilanzieren die Niederländer. Unterschrieben ist das Positionspapier von Wirtschaftsminister Kamp und Justizminister van der Steur. (fab)