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Online-Dienst erstellt maßgeschneiderte Krypto-Trojaner

Die Einstiegshürde für angehende Online-Erpresser ist erneut gesunken: Ein Dienst im Tor-Netz erstellt nach wenigen Klicks den individuellen Erpressungs-Trojaner. Falls ein Opfer das geforderte Lösegeld zahlt, verdienen die Betreiber mit.

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Online-Dienst erstellt maßgeschneiderte Krypto-Trojaner

Um einen neuen Virus zu erstellen, müssen Cyber-Ganoven lediglich drei Textfelder ausfüllen. Eines davon legt die Höhe des Lösegelds fest.

(Bild: McAfee)

Ein Dienst im Tor-Netzwerk generiert kostenlos maßgeschneiderte Krypto-Trojaner. Und das ist erschreckend einfach: Nach einer kurzen Registrierung fragt der Dienst nur noch, wie viel Lösegeld der Tox gekaufte Trojaner von seinen zukünftigen Opfern erpressen soll. Optional kann der angehende Online-Ganove noch eine persönliche Botschaft eingeben, die nach der Infektion angezeigt wird. Ist das kurze Formular ausgefüllt, generiert der Dienst den individuellen Schädling und der Download startet. Es handelt sich um eine .scr-Datei mit Word-Icon.

Nach Angaben der Antivirenfirma McAfee funktioniert Tox wie beworben. Nach dem Ausführen verschlüsselt er die persönlichen Dateien seines Opfers mit AES und fordert es anschließend auf, den vorher festgelegten Betrag in Bitcoin zu bezahlen. Laut McAfee ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der frisch generierte Krypto-Trojaner nicht vom Virenschutzprogramm erkannt wird. Das dürfte daran liegen, dass es sich jedes Mal um eine neue Mutation handelt, deren Signatur noch nicht in den Datenbanken der Virenscanner enthalten ist.

Der Online-Dienst verrät den Online-Ganoven, wie oft der Schädling schon installiert wurde – und wie viele Opfer gezahlt haben.

(Bild: McAfee)

Die Betreiber des Tox-Generators bieten den Dienst zwar kostenlos an, leer gehen sie dabei aber nicht aus: Das Lösegeld der Opfer geht nicht direkt an den Verbreiter des Schädlings, sondern an ein Bitcoin-Wallet der Betreiber. Diese versprechen, das Geld anschließend an den Nutzer des Generators weiter zu reichen – abzüglich einer Umsatzbeteiligung. Diese betrug zunächst 20 Prozent, inzwischen behalten die Betreiber 30 Prozent des Lösegelds ein. Wie viele Opfer infiziert wurden und wie viele davon gezahlt haben, soll der Online-Schurke jederzeit über den Tor-Dienst abrufen können. (rei)