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Online-Schwarzmarkt BriansClub gehackt: 26 Millionen Kreditkarten-Daten geleakt

Die Kreditkartenbetrüger-Szene ist angeschlagen: Unbekannte haben die Datenbank des Umschlagplatz BriansClub kopiert und an diversen Stellen veröffentlicht.

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(Bild: stock.xchng)

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Der große Online-Schwarzmarkt für geklaute Kreditkarten-Daten BriansClub ist Opfer einer Hacker-Attacke geworden. Unbekannte konnten auf eine Datenbank mit Stand August 2019 zugreifen und 26 Millionen Kreditkarten-Datensätze abziehen. Mehren Quellen zufolge sollen die Daten echt sein.

Unter anderem wurde dem Security-Journalisten Brian Krebs eine Kopie der Datenbank zugespielt. Er hat schon oft in der Kreditkarten-Betrüger-Szene für Unruhe gesorgt und diverse Fälle aufgedeckt. Daher kommt offensichtlich auch der namentliche Bezug des Marktplatzes und die Copyright-Bezeichnung auf der Website "© 2019 Crabs on Security".

Bei den Daten handelt es sich um sogenannte Dumps, die man direkt auf einen Magnetstreifen codieren kann, um mit einer gefälschten Kreditkarte bezahlen zu können. Experten gehen davon aus, das pro gestohlenem Kreditkarten-Eintrag ein Schaden von rund 500 US-Dollar entsteht. Analysen zufolge befinden sich in der Datenbank von BriansClub Kreditkarten-Daten im Wert von rund 414 Millionen US-Dollar.

Das Sicherheitsunternehmen Flashpoint geht davon aus, dass in dem Online-Schwarzmarkt zwischen 2015 und 2019 9,1 Millionen Kreditkartensätze verkauft und ein Gewinn von 126 Millionen US-Dollar gemacht wurde. Multipliziert man nun die verkauften Einträge mit dem durchschnittlichen Verlust von 500 US-Dollar kommt man auf eine Schadenssumme von mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar, rechnet Brian Krebs in einem Beitrag vor. Er vermutet, dass die Datenbank derzeit noch rund 14 Millionen Einträge gültige Kreditkarten-Daten beinhalt.

Beobachtungen der Sicherheitsfirma Gemini Advisory zufolge findet 78 Prozent des illegalen Handels mit Kreditkarten-Daten über rund ein Dutzend Darknet-Marktplätze verteilt statt. Da nun ein Top Player in diesem Bereich offensichtlich seine komplette Verkaufsgrundlage verloren hat, werten sie das als empfindlichen Schlag gegen die gesamte Szene, der Spuren hinterlassen wird. Ob das auf Dauer positiv zu werten ist, bleibt abzuwarten. Davon werden wahrscheinlich in erster Linie die Konkurrenten in diesem Bereich profitieren und sich im Markt neu aufstellen. (des)