Paysafe-Betrüger erleichtern Lotto-Annahmestellen um 600.000 Euro

Mit gefälschter Caller ID geben sich die Betrüger als Mitarbeiter der Lottogesellschaft aus und setzen die Mitarbeiter zum Teil massiv unter Druck, ihnen PINs für Paysafe-Karten zu geben. Diese Prepaid-Bezahlkarten werden anschließend ausgeräumt.

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Von
  • Fabian A. Scherschel

Die PIN einer Paysafe-Karte ist bares Geld wert

(Bild: Paysafecard)

Bundesweit haben Betrüger Lotto-Annahmestellen um über 600.000 Euro betrogen. Die Gauner rufen die Annahmestellen an, geben sich als Mitarbeiter der Lotto-Gesellschaft aus und verlangen PINs von Paysafecards, um angeblich eine Prüfung oder Aktualisierung des Zahlungssystems durchzuführen. Dabei setzten sie offenbar Call Spoofing ein und rufen vermeintlich unter der Rufnummer der Lottogesellschaft an. Berücksichtige man neben den Lotto-Annahmestellen auch andere Paysafe-Verkaufsstellen, liege der entstandene Schaden im Millionenbereich, teilte ein Sprecher von Saarland-Sporttoto mit. Die Gesellschaft aus Saarbrücken ist derzeit federführend im Zusammenschluss aller deutschen Lotteriegesellschaften.

Die Täter gehen wohl äußerst geschickt vor und ändern ihre Taktik je nach Verlauf des Gesprächs. Unter Umständen würde massiv Druck auf die Mitarbeiter der Annahmestellen ausgeübt und Umsatzeinbußen in Aussicht gestellt. Manche Geschäfte wurden mehrmals täglich angerufen, mit der Absicht mehrere Mitarbeiter hintereinander reinzulegen. Für den entstandenen Schaden müssen die Lotto-Annahmestellen aufkommen. Die Betrugswelle wird bundesweit seit über einem Jahr beobachtet, hat in den vergangenen Monaten aber massiv zugenommen.

PINs von Paysafecards sind im Online-Handel quasi bares Geld wert. Mit ihnen lässt sich über den Inhalt der Prepaid-Bezahlkarten frei verfügen. Versuche der Lotto-Annahmestellen, die betroffenen Karten kurz nach einem Betrugsanruf zu sperren, seien ohne Erfolg verlaufen. Die Karten seien in diesen Fällen bereits leer geräumt gewesen. (Mit Material der dpa) / (fab)