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Peng!!! Comic HACKT Linux

Der unter Linux weit verbreitete Dokumenten-Betrachter Evince weist eine kritische Lücke auf, die sich ausnutzen lässt, um das System mit Schad-Software zu infizieren. Der Fehler lässt sich durch Comic-Books auslösen; Updates werden bereits ausgeliefert.

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(Bild: Screenshot Brian Bartolome)

Von
  • Jürgen Schmidt

Evince ist bei vielen Linux-Desktops die Standard-Applikation zur Anzeige von Dokumenten wie PDFs, TIFFs, Tex-DVI- und Postscript-Dateien – und auch Comic-Books. Letztere sind Archive mit Datei-Endungen wie .cbz für ZIP, .cbr für RAR und cbt für TAR. Über einen geschickt gewählten Dateinamen kann ein Angreifer das zum Auspacken genutzte TAR-Programm dazu bewegen, beliebige Befehle auf dem System auszuführen.

Ubuntu liefert bereits Updates für Evince aus.

Der Entdecker der Lücke, Felix Wilhelm aus Googles Security Team, demonstriert das Problem, indem er Evince die Datei covfefe.evince im Home-Verzeichnis des Anwenders anlegen lässt. Wie der Evince-Entwickler Michael Catanzaro anmerkt, ist es nicht unbedingt erforderlich, dass der Anwender das bösartige Comic-Archiv öffnet: Weil sich der Fehler über den Thumbnailer auslösen lässt, genügt es vermutlich, eine bösartige oder kompromittierte Web-Seite aufzusuchen, um den Fehler auszulösen und sich zu infizieren.

Betroffen sind laut dem Bug-Tracker-Eintrag zu CVE-2017-1000083 Evince command injection vulnerability in CBT handler die Versionen Evince 3.24.x. Die Evince-Entwickler haben das Problem prompt gefixt und die Linux-Distributoren haben auch bereits aktualisierte Pakete erstellt. Beim Schreiben dieser Nachricht poppte eine Meldung auf, dass Ubuntu Sicherheits-Updates installieren will. (ju)