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Polizei beschlagnahmt Hardware bei VPN-Betreiber

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Am Freitagmorgen hat die Polizei eine Hausdurchsuchung beim einem VPN-Anbieter des Perfect-Privacy-Netzwerks durchgeführt, wie die Betreiberfirma berichtet. Die Behörden begründen den Durchsuchungsbefehl mit dem Verdacht, dass Unbekannte über die Server in Erfurt strafrechtlich relevante Kommunikationen geroutet haben.

Perfect Privacy ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen aus aller Welt, die VPN-Server betreiben und ihre Dienste unter einer gemeinschaftlichen Oberfläche anbieten. Gegen Bezahlung können Anwender ihren gesamten Internettraffic verschlüsselt durch die Server solcher Anbieter schleusen, wodurch die Rückverfolgung erschwert werden soll. Logdateien legt Perfect Privacy nach eigenen Angaben nicht an.

Es wurden fünf PCs samt Speichermedien beschlagnahmt, wodurch ein Schaden in Höhe von 6000 bis 6500 Euro entstanden sein soll. Rechner, die in Verbindung mit dem VPN-Dienst genutzt wurden, seien "allesamt vollverschlüsselt", betont das Unternehmen. Die eigentlichen VPN-Server haben die Beamten nach Angaben des Unternehmens nicht beschlagnahmt: "Perfect Privacys Server in Erfurt sind […] nach wie vor online, können gepingt werden, und Perfect Privacy besitzt weiterhin die Root- und Verwaltungsrechte."

Vorübergehend hat der Anbieter die Dienste der Erfurter Server jedoch eingestellt, um Mitgliedern mit "erhöhten Sicherheitsbedürfnissen" Zeit zu geben, von dem laufenden Ermittlungen zu erfahren. Unklar ist, warum die Beamten statt der VPN-Server die Rechner des Admins beschlagnahmt haben. Auch ob die Behörden weitere Maßnahmen wie Telekommunikationsüberwachung durchführen, ist nicht bekannt. Der Betreiber will jetzt mit anwaltlicher Unterstützung Akteneinsicht beantragen. (rei)