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Security

Rent-A-Hacker: Online-Markplatz für Hacker-Jobs

Für ein paar hundert Dollar kann man bei Hacker's List ganz offen einen Hacker damit beauftragen, einen Online-Account oder ein Smartphone zu knacken. Der Dienst ist dem Ansturm kaum gewachsen.

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Online-Markplatz für Hacker-Jobs

Bei Hacker's List kann man sich Hacker mieten, etwa um Zugriff auf Mail- oder Facebook-Accounts zu erhalten. Der Marktplatz funktioniert wie die auch hierzulande bekannten Projektbörsen: Der Auftraggeber stellt ein Projekt mit einer Kurzbeschreibung ein und legt fest, wie viel er dafür maximal zahlen möchte. Anschließend können die Hacker ein öffentliches Angebot unterbreiten und sich dabei gegenseitig unterbieten. Die Betreiber der Projektböse erklären in den FAQ, dass der Dienst für den "legalen und ethisch korrekten Gebrauch" bestimmt sei. Schaut man sich jedoch bei den Angeboten um, scheinen viele Nutzer diesen Hinweis nicht besonders ernst zu nehmen.

300 US-Dollar für einen besseren Notenschnitt? Ein Hacker will es in drei Tagen schaffen.

Die meisten Projekte, nämlich über 200, findet man derzeit in der Kategorie "Passwortwiederherstellung". Wer einen Facebook- oder Apple-Account knacken kann, wird vom Auftraggeber mit mehreren hundert US-Dollar entlohnt. Ein Nutzer bietet für einen iPhone-Hack bis zu 500 US-Dollar. Er möchte gerne die auf dem Smartphone eingegangenen WhatsApp-Nachrichten lesen und – wenn möglich – dauerhaft Duplikate der Nachrichten mit einem anderen Gerät empfangen. Außerdem soll das iPhone auch noch den Aufenthaltsort des Nutzers verraten. Ein anderer Nutzer sucht jemanden, der den Account des Ehepartners bei einer Datingseite knackt. Geradezu skurril erscheint dagegen die Anfrage eines US-Studenten, der einen Hacker sucht, der seine Noten manipuliert – sollte das nicht gelingen, fliegt der Anfragende angeblich zuhause raus.

Um sicherzustellen, dass der Hacker nicht unverrichteter Dinge mit seinem Lohn von dannen zieht, bietet Hacker's List einen Treuhandservice, der das Geld vom Auftraggeber annimmt und erst dann an den Hacker weiterreicht, wenn der Auftrag erfüllt wurde. Obwohl bei vielen Aufträgen ziemlich klar ist, dass der Auftraggeber nicht der legitime Besitzers eine Smartphones, Accounts, Servers, ... sein kann, gibt es in den meisten Fällen einen oder mehrere Hacker, die den Job ausführen würden. Der Ansturm auf die Seite sorgt aktuell dafür, dass sie gar nicht oder nur sehr langsam lädt. (mho)