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SecureDrop-Phishing attackiert Whistle-Blower

Offenbar bereiten Unbekannte Phishing-Kampagnen vor, die sich gezielt auf Informanten der Zeitung "The Guardian" richten.

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Ein Sicherheitsforscher hat eine Web-Seite entdeckt, die den anonymen SecureDrop-Briefkasten der englischen Tageszeitung The Guardian imitierte. Wer sie besuchte, sendete nicht nur seine Code-Wörter für eine eventuell früher auf der echten Seite begonnene, vertrauliche Kommunikation an die Betrüger. Er wurde auch aufgefordert, eine Android-App angeblich "Powered by SecureDrop" zu installieren.

In Wirklichkeit handelte es sich jedoch um ein ausgefeiltes Spionage-Programm, wie eine Analyse von Bleeping Computer ergab. Wie die Betrüger vor hatten, ihre Opfer auf diese Phishing-Seiten zu locken, ist unbekannt. Der Sicherheitsforscher hatte die Seite nur zufällig entdeckt, als er kontrollierte, was auf einer Malware-Site sonst noch so aktiv war.

Secure Drop läuft immer im Tor-Netz.

SecureDrop ist ein Open-Source-Projekt, das eine sichere Infrastruktur für die sichere Kommunikation zwischen Informanten und Journalisten bereit stellt. Dazu läuft der Dienst innerhalb des Tor-Netzes und profitiert so von dessen eingebauter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass man Secure-Drop-Seiten immer mit dem Tor-Browser aufrufen und dabei unbedingt die richtige Adresse verwenden muss. Am besten greift man dazu auf schwer fälschbare Quellen zurück.

Auch das Team von heise Investigativ betreibt einen sicheren SecureDrop-Briefkasten. Bisher ist uns nichts von Phishing dazu bekannt. Man findet die garantiert richtige Seite etwa über die speziell gesicherte Web-Site https://heise.de/tipps (die allerdings noch nicht im Tor-Netz liegt) oder direkt über http://sq4lecqyx4izcpkp.onion/ (funktioniert nur via Tor-Browser). Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, bezieht die Adresse aus dem Impressum des gedruckten c't-Magazins. Dort lässt sie sich nachträglich nicht mehr fälschen. (ju)