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Security

Smartcards werden ubiquitär

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Leistungsfähige Smartcards werden in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Dies zeigten etliche Referate des 17. SmartCard Workshop des Fraunhofer-Instituts Sichere Informations-Technologie (SIT). Sie empfehlen sich nicht nur als Ausweis, Signatur- oder Gesundheitskarte, sondern auch als Karten für das sichere Online-Banking und das sichere Surfen im Internet.

Wie eine solche Surfkarte aussehen kann, demonstrierte Walter Hinz vom Kartenhersteller Giesecke & Devrient mit einer Internet Smart Card (PDF-Datei) auf Basis des Atmel-Chips AT91. Im Speicher dieser Smartcard sitzt ein kompletter Webserver mitsamt zugehörigem Protokollstack, fester IP-Adresse und einer Reihe von Sicherheitszertifikaten. Aus der Smartcard wird ein vorgestanztes Stück mit dem Chip und einem aufgedruckten USB-Anschluss herausgebrochen und in einer mitgelieferten Hartschale verpackt. Am USB-Port meldet sich die Smartcard zunächst als Wechseldatenträger an, um via RNDIS unter Windows den sicheren Browser aufzurufen, der als Authentication Gateway arbeitet. Hat sich er Anwender im Browser über eine PIN angemeldet, bekommt er eine Liste der Angebote, zu denen er sicher surfen kann, etwa zum Online-Banking seines Kreditinstitutes. Das kennt in diesem Fall die IP-Adresse der Smartcard und fragt die Sicherheitszertifikate ab, ehe das Banking freigegeben wird.

In ähnliche Richtung bewegte sich der Vortrag von Ulrike Linde vom Bundesverband deutscher Banken. Dort experimentiert man mit sicheren TAN-Generatoren auf einer Chipkarte, die entweder in ein PinPad im Stil der SecOVID von Kobil gesteckt wird oder selbst auf der Karte ein LC-Display hat, das TAN-Nummern anzeigen kann. Das solche Smartcards mit Display technisch möglich sind, zeigte Steffen Drews von NXP Semiconductors. Die Super-Smartcards der Zukunft können nach Drews nicht nur über ein Display verfügen, sondern auch über aufgedruckte Mikrofone und Lautsprecher oder numerische Tastaturen. Im Bereich der sicheren Kommunikation werden sie als One-Time-Pads eine große Rolle spielen. Einen ebenso großen Markt prognostizierte Drews für SIM-Smartcards, die in Mobiltelefonen mit NFC-Funktion eingesetzt werden.

Für zukünftige Smartcard-Workshops sind vom Banking über die Gesundheitskarte bis zu den verschiedenen Bürger- und Signaturausweisen genug Themen da, die behandelt werden können. Wie das SIT als Veranstalter des Workshops mitteilte, möchte man in Zukunft die Tagung dafür nutzen, noch mehr Diskussionen "über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle der Smartcards" anzuregen. Aus diesem Grunde sollen alle Powerpoint-Vorlagen der Vorträge in sechs Monaten im Internet frei verfügbar gemacht werden. (Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (jk)