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Security

Spionage-Software "Regin" spähte jahrelang Firmen und Behörden aus

Das neu entdeckte Spionage-Programm "Regin" soll jahrelang unter anderem Betreiber von Telekom-Netzen ausgespäht haben, besonders betroffen waren Russland und Saudi-Arabien. Experten vermuten dahinter staatliche Auftraggeber.

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Spionage-Software spähte jahrelang Firmen und Behörden aus

Russische, saudi-arabische und mexikanische Computernutzer sind am meisten betroffen

(Bild: Symantec)

Eine neu entdeckte Spionage-Software hat über Jahre Unternehmen und Behörden vor allem in Russland und Saudi-Arabien ausgespäht. Das Programm sei so komplex und aufwendig, dass nur Staaten als Auftraggeber in Frage kämen, erklärte die IT-Sicherheitsfirma Symantec, die die Software entdeckt hatte. 48 Prozent der Infektionen betreffen Privatnutzer und kleine Unternehmen.

Gut jede vierte Infektion traf demnach Betreiber von Telekommunikationsnetzen, dabei hätten die Angreifer zum Teil auch Zugriff auf Verbindungsdaten bekommen. Außerdem seien Fluggesellschaften, Forschungseinrichtungen sowie die Energiebranche und das Hotelgewerbe betroffen gewesen. Die gestohlenen Informationen würden verschlüsselt gespeichert und übermittelt. Der dabei entstehende Datenverkehr sei einer der wenigen Hinweise, um das Spionage-Programm aufzuspüren. Symantec gab der Software den Namen Backdoor.Regin oder kurz Regin.

In fünf Stufen nistet sich die Malware auf Systemen ein

(Bild: Symantec)

Das Programm setzt sich auf infizierten Computern in mehreren Stufen fest und ist darauf getrimmt, lange unentdeckt zu bleiben. "Selbst wenn man es entdeckt, ist es sehr schwer, festzustellen, was es macht", erläuterte Symantec. Inzwischen können das Unternehmen Regin auf Computern ausfindig machen. Zugleich geht Symantec davon aus, dass es noch unentdeckte Funktionen und Varianten der Software gibt.

Der Trojaner kann den Sicherheitsforschern zufolge unter anderem Screenshots machen, Passwörter stehlen, den Datenverkehr überwachen und für die Angreifer gelöschte Dateien wiederherstellen. Die Aufgaben der Software können an das Angriffsziel angepasst werden, schreibt Symantec in einem Whitepaper.

Russland sei mit 28 Prozent der Fälle am schwersten betroffen, gefolgt von Saudi-Arabien mit 24 Prozent, erklärte Symantec. Danach folgen Irland und Mexiko mit jeweils neun Prozent sowie Indien mit fünf Prozent. Symantec habe bisher keine direkten Hinweise auf die Urheber von Regin gefunden, sagte Symantec-Experte Candid Wüest gegenüber dpa. Vom Niveau der Entwicklung und den Zielen her kämen Geheimdienste etwa der USA, Israels oder Chinas in Frage. Die Software sei von 2008 bis 2011 aktiv gewesen, dann sei 2013 eine neue Version aufgetaucht.

Regin spiele technisch in einer Liga mit dem Sabotage-Programm Stuxnet, das einst das iranische Atomprogramm untergrub, erklärte Symantec. Hinter Stuxnet werden israelische und amerikanische Geheimdienst vermutet. Die Entwicklung von Regin dürfte Monate, wenn nicht Jahre gedauert habe, schätzten die IT-Sicherheitsexperten. (mit Material der dpa) / (anw)