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Security

Student für DDoS-Attacke auf Estland verurteilt

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Ein 20-jähriger estnischer Student ist als einer der Verursacher der DDoS-Attacken im Mai auf estnische Server zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 1100 Euro verurteilt worden. Bei dem großangelegten Angriff auf die IT-Infrastruktur von Estland war das Land vom weltweiten Internet so gut wie abgeschnitten. Unter anderem waren auch Banken und Regierungsseiten innerhalb von Estland nicht mehr erreichbar.

Auslöser war die Verlegung eines russischen Kriegerdenkmals aus der Hauptstadt Tallin Ende April. Als Drahtzieher wurde die russische Regierung vermutet, was jedoch nie bewiesen wurde. Allerdings wurden Teile des für den Angriff genutzten Botnetzes zuvor schon bei Attacken auf Server der russischen Opposition wie den ehemaligen Schachweltmeister Garry Kasparow beobachtet.

Der nun Verurteilte war bislang der einzige von den Ermittlungsbehörden gefasste Verdächtige. Als Motiv gab er an, mit der Verlegung des Denkmals nicht einverstanden gewesen zu sein. Andere Verdächtige soll es Berichten zufolge noch nicht geben, was Gerüchte ins Kraut schießen lässt, der Student sei der alleinige Urheber der weltweiten Angriffe gewesen. Das ist zwar nicht von der Hand zu weisen, da einzelne Botnetze durchaus eine Größe von mehreren hunderttausend infizierter PCs erreichen können. Allerdings finden aktuell weiterhin Angriffe auf Estland statt, was dafür spricht, dass der Student nicht alleine handelte.

Als Konsequenz der Angriffe wollen sich die NATO und Estland künftig besser gegen Cyber-Attacken rüsten.

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(dab)