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Studie: Viele Facebook-Nutzer sind sorglos

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Ein Fünftel der Facebook-Nutzer nehmen leichtsinnig Freundschaftsanfragen an und geben damit automatisch ihre privaten Informationen preis. Diesen Schluss zieht ein Forscherteam der kanadischen University of British Columbia aus den Ergebnissen eines Experiments. Die Wissenschaftler sammelten mit 102 virtuellen Facebook-Profilen Gigabytes an Benutzerdaten. Um an die Daten heranzukommen schickten die sogenannten "Social Bots" Freundschaftsanfragen an über 5000 zufällig ausgewählte Nutzer.

Die Forscher gestalteten ihre falschen Facebook-Profile möglichst attraktiv, damit die fremden Freundschaftsanfragen auch angenommen werden. So erstellten sie Fake-Accounts mit gut aussehenden Frauen und Männern, deren Profilfotos von der Bewertungs-Seite hotornot.com stammten. Die Bots erstellten sogar Status-Updates, um die Profile authentischer wirken zu lassen. Um zu verhindern, dass das Facebook Immune System (FIS) Alarm schlägt, sendete ein Bot nur 25 Anfragen am Tag. Dennoch wurden nach acht Wochen Laufzeit 20 der gefälschten Profile enttarnt.

Hatte ein Nutzer die Anfrage angenommen, bekam der Bot – abhängig von den Privatsphären-Einstellungen – Zugriff auf dessen Daten und sammelte sie für das Experiment ein. Es wurden 2391 männliche und 2662 weibliche Facebook-Nutzer kontaktiert. Insgesamt akzeptierten 976 Nutzer die Anfragen – rund ein Fünftel.

Facebook diente bei diesem Experiment als Stellvertreter für alle sozialen Netzwerke. Die Forscher wollten damit zeigen, dass große Netzwerke vor Infiltration nicht geschützt sind. Das Fazit: Die Sicherheitssysteme solcher Netzwerke müssten überdacht und verbessert werden. Die Nutzer selbst sollten sich Gedanken darüber machen, welche Daten sie sozialen Netzen anvertrauen und wessen Freundschaftsanfragen sie akzeptieren. (dta)