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Security

Stuxnet Gemeinschaftsprojekt der USA und Israels?

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Dass in Stuxnet jede Menge Gehirnschmalz steckt, war schon länger klar. Ebenso, dass hier ein Expertenteam nicht einfach nur Windows-Exploits an Siemens-Fabrikationssteuerungen vorführt, sondern gezielt Zerstörungen an Zentrifugen zur Uran-Anreicherung beabsichtigt hat.

Der Bericht der New York Times hat nun viele Indizien zusammengetragen, die den Schluss nahelegen, dass Experten der USA und Israels Stuxnet innerhalb von zwei Jahren gemeinschaftlich entwickelt haben. Vermutlich hat Siemens dabei sogar unfreiwillig Schützenhilfe geleistet: Das Unternehmen hatte mit einer Forschungseinrichtung des US-Energieministeriums an einem Programm zum Schutz vor Cyberattacken zusammengearbeitet. Die aufgedeckten Sicherheitslücken (PDF) wurden dann bei der Entwicklung des Wurms berücksichtigt.

Interessant ist auch, wie akribisch die Entwickler Stuxnet auf die eine Anreicherungsanlage im Iran in Natanz abgestimmt haben. Die New York Times zitiert den deutschen Sicherheitsspezialisten Ralph Langner, der bei seiner Code-Analyse festgestellt hatte, dass Stuxnet es auf einen Verbund aus genau 984 Maschinen abgesehen hatte – und genau ein solcher wurde im Sommer 2009 im Iran stillgelegt, wie Atom-Experten berichteten.

Langner schreibt Stuxnet zwei Wirkmechanismen zu: Zum einen soll es die Zentrifugen ungeregelt in die Zerstörung laufen lassen, zum anderen soll es falsche Sensordaten an die Leitstände liefern und dort so den Eindruck erwecken, alles laufe störungsfrei.

Dass Israel mit im Spiel gewesen sei, wird von Experten daraus geschlossen, dass Stuxnet nur deswegen so präzise funktioniert hat, weil der Wurm zuvor tatsächlich ausprobiert worden sei. Und da weisen alle Indizien auf Israels Dimona-Projekt in der Negev-Wüste, in der sich eine Uran-Anreicherungsanlage befinden soll. Alles streng geheim und verleugnet, genau wie die Beteiligung von USA und Israel an der Schaffung von Stuxnet. Aber anscheinend konnte sich wohl keiner der amerikanischen und israelischen Experten ein stolzes Grinsen verkneifen, wenn es darum ging, darauf hinzuweisen, dass Irans Atombestrebungen mindestens bis 2015 aufgeschoben sind. (gr)