TaintDroid lässt Android-Lauscher auffliegen

Mit Hilfe einer Android-Erweiterung können Anwender live mitverfolgen, was Apps im Hintergrund mit ihren Nutzerdaten treiben.

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US-Sicherheitsforscher haben eine Android-Erweiterung entwickelt, die das Verhalten von Android-Apps live für den Anwender nachvollziehbar macht. Das Projekt TaintDroid ist eine Gemeinschaftsarbeit von Wissenschaftlern der Pennsylvania State University, der Duke University und der Intel Labs. TaintDroid klinkt sich über eine modifizierte Dalvik-VM, der virtuellen Java-Maschine von Googles Mobil-OS, gepatchte Bibliotheken sowie ein Kernel-Modul ins System ein. Dadurch kann sie dem Anwender ein kurzes Pop-up zeigen, wenn eine App schützenswerte Daten auf verdächtige Weise verarbeitet.

Die technischen Details beschreiben die Forscher in einem lesenswerten Paper, in dem sie auch die Ergebnisse ihrer Untersuchung von 30 beliebten Android-Anwendungen zusammenfassen. Demnach sende die Hälfte Standortdaten an Werbeserver; einige Apps würde sogar Geräte-ID, SIM-ID oder Telefonnummer auslesen. Die vollständigen Ergebnisse sowie der Quellcode von TaintDroid sollen kommende Woche auf der USENIX-Konferenz in Vancouver veröffentlicht werden.

Ein mit TaintDroid ausgestattetes Telefon erfahre lediglich eine rund 14 Prozent höhere CPU-Belastung und eine im Schnitt 4,4 Prozent höhere Speicherauslastung, heißt es in dem Paper weiter. TaintDroid-Mitentwickler Landon Cox, seines Zeichen Assistenzprofessor für Informatik an der Duke University, erklärte gegenüber heise Security, dass TaintDroid derzeit das Neucompilieren des Android-Systems erfordert. Ein derart modifiziertes System lässt sich nur auf gerooteten Telefonen flashen.

Damit sind ihre Ergebnisse erheblich genauer und aussagekräftiger als die jüngst von SMobile Systems durchgeführte Auswertung der von 48.000 Apps im Android Market angeforderten Rechte. Das Ergebnis war, dass rund ein Drittel der Market-Apps prinzipiell auf Geodaten zugreifen könnte. Da Android-Anwendungen Zugriffsrechte nur in Gruppen Anfordern kann, bedeutet dies jedoch nicht, dass eine App auch von allen freigegebenen Funktionen Gebrauch macht. (cr)