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Security

"Terabytes an Daten" aus Spionage-Apps frei zugänglich

Das US-Unternehmen Spyfone bietet Apps an, um fremde Smartphones auszupsionieren. Die gesammelten Daten waren nicht gut geschützt.

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Smartphone

(Bild: dpa, Sebastian Gollnow)

Ein Sicherheitsforscher hat eine Datenbank mit unzähligen Fotos, Textnachrichten, Audioaufnahmen, Kontaktlisten, Standortdaten und weiteren Informationen von Tausenden Nutzern gefunden, auf deren Geräten eine Spionage-App installiert war. Wie Motherboard berichtet, waren "Terabytes an Daten" der Firma Spyfone für den Forscher zugänglich. Die Daten wurden mutmaßlich widerrechtlich von den Geräten abgegriffen und sollen eigentlich nur an die Kunden gehen, die die Spionage bestellt haben. Das Unternehmen vertreibt Spionage-Software, wie sie c't aktuell ausführlich beleuchtet.

Der nicht namentlich genannte Forscher, der gegenüber Motherboard seinen Zugang nachweisen konnte, hatte demnach Zugriff auf die Daten von 2208 Kunden und 3666 überwachten Geräten. Die Systeme des Unternehmens hätten weit offengestanden und Unmengen an Daten enthalten. "Spyfone scheint eine magische Kombination aus zwielichtig, unverantwortlich und inkompetent" zu sein, ordnet Eva Galperin von der Electronic Frontier Foundation die Erkenntnisse gegenüber dem US-Magazin ein.

Ein Sprecher des Unternehmens zeigte sich demnach erleichtert, dass die Daten von jemandem mit guten Absichten gefunden wurden: "Gottseidank war es ein Forscher." Man untersuche den Vorfall nun mit Sicherheitsfirmen und arbeite gleichzeitig an der Behebung. Die Kunden würden informiert.

Mit Spionage-Apps geben gleich eine ganze Reihe von Anbietern eifersüchtigen (Ex-)Partnern, übersorgenden Eltern und kontrollsüchtigen Arbeitgebern Werkzeuge an die Hand, um fremde Smartphones zu überwachen. Zwar ist der Einsatz in aller Regel verboten, aber viele Kunden stört das nicht, berichtet c't in Ausgabe 18/18. In der Artikelserie wird nicht nur beleuchtet, wie das technisch funktioniert, sondern auch wie man der Spionage vorbeugen kann.

Mehr zu Spionage-Apps und wie Sie sie enttarnen können lesen Sie in c't 18/2018:

(mho)