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US-Bericht: China verstärkt Spionageangriffe auf Unternehmen

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China kurbelt seine Cyber-Spionage stärker an und geht dabei immer sorgfältiger und erfolgreicher vor. Das stellt die US-Kommission "China Economic and Security Review" nach Angaben des Wall Street Journal abschließend in einem Bericht fest. So gelänge es der chinesischen Regierung immer häufiger, über das Internet in Hightech-Unternehmen einzubrechen und in großen Mengen wertvolle Daten zu stehlen.

Zwar gibt es weiterhin keine hieb- und stichfesten Beweise, dass die chinesische Regierung hinter diesen Attacken steht. Die Professionalität der Vorgehensweise soll aber darauf schließen lassen. Auch die Art der gestohlenen Daten soll darauf hinweisen, dass die chinesische Regierung hinter den Attacken stehe. Internetkriminelle oder etwa rivalisierende Unternehmen sollen mit den Daten nichts anfangen können, da sich diese nicht weiterverkaufen oder von diesen Gruppen verwerten ließen.

In einem Fall sollen die Spione einen Server in einem US-Unternehmen gekapert haben, um mit ihm einen ständigen "Kommunikationskanal" zu einem Server in China aufzubauen. Darüber war es dann wochenlang möglich, das Netzwerk intensiv auszuspähen und etwa die Zugangsdaten dutzender Mitarbeiter mitzulesen. Später kopierten sie die als wichtig ausgekundschafteten Dateien auf die E-Mail-Server der Firma, die einen schnellen Zugang zum Internet hatten, benannten sie um und verschickten sie anschließend komprimiert und verschlüsselt.

Nach Schätzungen der USA stehlen die Chinesen jährlich Informationen im Wert von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar aus Unternehmen. Aber auch deutsche Unternehmen bekommen regelmäßig unerwünschten Besuch aus China und änderen Ländern, wie zuletzt der Verfassungsschutz feststellte. Hinter Spionageattacken auf deutsche Unternehmen vermutete der Verfassungsschutz Geheimdienste aus China und Russland sowie aus Ländern des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens und Nordafrikas. Im März 2009 hatte bereits der Bericht des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen Wirtschaftsspionage über das Internet als wachsendes Problemfeld ausgewiesen. In dem Bericht wurden neben China auch Russland, Vietnam und Nordkorea als "sehr aktiv" bezeichnet.

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(dab)