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Security

US-Gericht stoppt Verkauf kommerzieller Spyware

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Ein US-Gericht hat dem in Florida ansässigen Hersteller CyberSpy Software untersagt, sein Programm RemoteSpy weiterhin zu verkaufen. RemoteSpy ist eine kommerzielle Spionage-Software, die Tastatureingaben und Instant-Messaging-Nachrichten mitliest, regelmäßig Screenshots macht, besuchte Webseiten mitloggt und alle gesammelten Daten an einen Server schickt. Anwender von RemoteSpy können sich auf dem Server einloggen und die über das Opfer gesammelten Daten abrufen. RemoteSpy soll sich Rootkit-Techniken zunutze machen, um sich vor Virenscannern zu verbergen.

Mit der nun erlassenen Verfügung darf CyberSpy das Tool nicht mehr anbieten. Zudem musste das Unternehmen sowohl die Webserver abschalten, auf denen RemoteSpy für rund 90 US-Dollar zum Kauf angeboten wurde, als auch den Server, auf dem die ausgespähten Daten liegen. Aktuell sind die Server nicht mehr zu erreichen. Die Federal Trade Commission (FTC) hatte die Klage gegen das Unternehmen angestrengt, weil die Software die geltenden Bestimmungen verletzt habe, nach denen sich Programme nicht ohne Zustimmung des Anwenders auf dem PC installieren und nicht heimlich Daten sammeln dürfen. Darauf aufmerksam soll das FTC durch einen Antrag der Bürgerrechtsvereinigung Electronic Privacy Information Center (EPIC) gemacht worden sein.

Ob nun für weitere kommerzielle Hersteller derartiger Software ebenfalls Verfügungen drohen, bleibt abzuwarten. Ähnliche Produkte bietet etwa das Unternehmen Refog mit seinem KGB Employee Monitor zur Überwachung von PCs und Vervata mit Flexispy für Handys an. Letzterer Anbieter sitzt allerdings offiziell in Thailand und dürfte sich somit dem Zugriff von US-Gerichten entziehen können.

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(dab)