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USA: Anklage wegen Umprogrammierung von Bankautomaten

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Die US-Staatsanwaltschaft hat Klage gegen einen 19-Jährigen wegen versuchter Umprogrammierung von Bankautomaten erhoben. Der Angeklagte wollte sich die Konfigurationsoptionen von Automaten des Herstellers Tranax zunutze machen, bei dem sich über das Kundenbedienfeld nach Eingabe einer bestimmten Tastenfolge (Tranax 1700: Enter, Clear, Cancel, 1,2,3) und eines (Default)-Passworts die Zuordnung der Geldscheinkassetten für die einzelnen Banknoten ändern lassen.

Definiert man das 20-Dollar-Noten-Kassettenfach in das 1-Dollar-Notenfach um, gibt der Automat je nach Stückelung höherwertige Noten aus. Eine Abhebung von 20 US-Dollar in 1-Dollar-Noten würde beispielsweise zu einer Summe von 400 US-Dollar führen. Die Geräte unterstützen drei unterschiedliche Passwörter, über die man in die verschiedenen Wartungsebenen gelangt: Operator, Service und Master.

Der 19-Jährige versuchte laut einem Bericht des Online-Magazins Wired zunächst Informationen über Standorte verwundbarer Automaten zu sammeln, indem er einen ehemaligen Gefängnisinsassen kontaktierte, der ihm eine Liste liefern sollte. Der verriet ihn jedoch ans FBI, das ihn beim ersten Manipulationsversuch festnahm.

Neu ist diese Art von Betrug nicht, Meldungen über ähnliche Fälle gab es bereits zuvor in den USA. In allen Fällen nutzten die Betrüger die Sorglosigkeit der Betreiber der Geldautomaten aus, die die voreingestellten (und dokumentierten) Passwörter nicht änderten. Für neuere Geräte soll der Hersteller Tranax Patches ausliefern, die den Administrator des Geräts zum Ändern des Kennworts zwingen.

Zwar haben auch Geldautomaten von Herstellern wie NCR, Wincor Nixdorf und Diebold einen Maintenance-Mode, in dem sich der Automat (von vorne) konfigurieren lässt, allerdings muss dazu der Automat geöffnet und manuell in den Mode gebracht werden. Offizielle Meldungen über derartige Manipulationsversuche bei Automaten in Deutschland sind zudem nicht bekannt. (dab)