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USA: E-Mail-Server des Vereinigten Generalstabs kompromittiert

Russische Hacker sollen in die E-Mail-Server des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte eingedrungen sein. Daher ist das System seit zwei Wochen offline.

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Die Aufnahme vom 24. Juni zeigt General Martin E. Dempsey, den Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs, wie er sich mit einem Tablet auf eine virtuelle Fragerunde mit Facebook-Usern vorbereitet.

(Bild: Daniel Hinton (gemeinfrei))

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Die rund 4.000 Mitarbeiter des Joint Staff der US-Streitkräfte müssen seit etwa zwei Wochen auf E-Mail verzichten. Wie NBC News berichtet, wurden die Server nach einem erfolgreichen digitalen Angriff offline genommen. Der Joint Staff arbeitet für die Joint Chiefs of Staff (Vereinigter Generalstab). Dem Vereinigten Generalstab obliegt die strategische Planung der Koordination von Luftwaffe, Heer, Marine und Marineinfanterie. Der Vorsitzende berät den US-Präsidenten, den Verteidigungsminister und den Nationalen Sicherheitsrat in militärischen Belangen.

Im Pentagon hat der Vereinigte Generalstab seinen Sitz.

(Bild: David B. Gleason CC-BY-SA 2.0)

Der Angriff wird russischen Hackern angelastet, die sich über soziale Netzwerke koordiniert haben sollen. Um den 25. Juli konnten sich die Angreifer Zugang verschaffen und E-Mails kopieren. Allerdings sollen davon keine als geheim eingestuften Dokumente betroffen gewesen sein.

Als der Hack aufflog, wurden die Server offline genommen. Wie die Eindringlinge vorgegangen sind, berichtet NBC nicht. Ende dieser Woche sollen die betroffenen E-Mail-Server wieder anlaufen.

In Deutschland soll in einer Woche das interne Netzwerk des Bundestages, Parlakom, offline gehen. Anfang Mai begann eine Hacker-Attacke auf den Bundestag, die sich nicht unter Kontrolle bringen hat lassen. Das Netz ist dermaßen kompromittiert, dass die Hardware zentraler Komponenten ausgetauscht und das Netz aufgesetzt werden muss.

Voraussichtlich am Nachmittag des 13. August wird Parlakom deaktiviert, am 18. August soll es wieder laufen. Der Bundestag macht noch bis 28. August Sommerpause. Bislang gibt es keine offiziellen Angaben dazu, wer hinter dem Angriff steckt und welche Daten abgegriffen wurden. (ds)