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Security

Vermeintliche Anwaltspost enthält Trojaner

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Seit dem gestrigen Abend verschicken Unbekannte per E-Mail Zahlungsforderungen, die den Namen der Anwaltskanzlei Olaf Tank tragen. Das angehängte Archiv enthält statt der vorgeblichen Originalrechnung jedoch lediglich Schadsoftware, die die meisten aktuellen Virenscanner als Trojan-Downloader erkennen. Empfänger der E-Mails mit dem gefälschten Absender anwalt@forderungseinzug.de, deren Betreff in der Form "AZ: 995235/40" ein offizielles Aktenzeichen vortäuschen soll, sollten die Nachrichten ungelesen löschen.

Auf den ersten Blick sehen die Schreiben authentisch aus, da sie sich eng an Originalbriefen des Anwalts orientieren. Allerdings enthalten sie ein in der Zukunft liegendes Datum sowie Rechenfehler bei der Addition der Forderungssumme. Außerdem fehlt ihnen jeder Hinweis, dass es sich um ein personalisiertes Schreiben handelt, also Name oder Anschrift des angeblichen Schuldners. Wer das Aktenzeichen aus dem Betreff mit dem im Text genannten Aktenzeichen vergleicht, wird auch hier auf Ungereimtheiten stoßen.

Tank betreibt derzeit das Inkasso für die Gebrüder Schmidtlein, die für ihre umstrittenen Geschäftspraktiken im Bereich der Abo-Dienste bekannt sind und sich in der Vergangenheit bereits juristischen Ärger eingehandelt haben. Die echten Schreiben, die Tank bislang nur per Briefpost versendet, wurden vielerorts in Verbraucherschutz-Diskussionsforen veröffentlicht.

Wahrscheinlich soll der Name des bekannten Anwalts dafür sorgen, dass verunsicherte Empfänger den Anhang öffnen. Möglicherweise handelt es sich bei der E-Mail-Welle aber auch um einen so genannten Joe-Job, um den Ruf von Tank und den Gebrüdern Schmidtlein zu schädigen. (cr)