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Security

Virenmail mit Verweis auf Bundestrojaner

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Die andauernde Diskussion über die Online-Durchsuchung von Computern machen sich Virenautoren zu Nutze. Zur Zeit verbreitet sich eine Trojaner-E-Mail, in der den Nutzern vorgegaukelt wird, ihr PC sei bereits von einem "Bundestrojaner" durchsucht worden. Bei dem Landeskriminalamt in Mainz stehen deshalb die Telefone nicht mehr still.

Die Mail trägt den Betreff "Aktenzeichen" mit einer angehängten Zufallszahl. Darin heißt es:

Sehr geehrter Internetnutzer,
im Rahmen unserer ständigen automatisierten Überprüfung von sogenannten Tauschbörsen im Internet, wurde folgende IP-Adresse auf unserem System ermittelt. [...] Der Inhalt Ihres Rechners wurde als Beweismittel mittels den neuen Bundestrojaner sichergestellt. Es wird umgehend Anzeige gegen Sie erstatten, da sich illegale Software, Filme und/oder Musikdateien auf Ihren System befinden.

Im Anhang der Mail befindet sich eine Zip-Datei, in der ein Programm mit dem Namen "Aktenzeichen.exe" enthalten ist. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um eine Abart bereits bekannter Online-Schädlinge. Eine Analyse mit dem Online-Virenscanner Virustotal zeigt, dass viele Virenscanner selbst mit aktuellen Signaturen den Schädling nicht sicher identifizieren. Man sollte den Anhang dieser Mail deshalb nicht öffnen, sondern die Mail am besten direkt löschen.

Trotz zahlreicher ähnlicher Trojaner-Mails in den vergangenen Monaten, die vom BKA oder von der GEZ zu kommen schienen, nehmen viele Empfänger den neuen Trojaner ernst. Beim LKA in Mainz - von dem die Mail angeblich stammt - laufen heute die Telefone heiß. "Hier rufen ununterbrochen Leute wegen der Mail an. Wir können gar nicht mitzählen", heißt es aus der Telefonzentrale der Behörde. (Torsten Kleinz) / (Torsten Kleinz) / (mw)