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Security

Virus Total sperrt kleinere AV-Firmen aus

Einem Bericht zufolge will Google Anti-Viren-Hersteller von seiner Online-Viren-Datenbank ausschließen, da sie nicht genug eigene Daten zur Verfügung stellen, aber trotzdem von den neuen Malware-Samples profitieren.

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Virus Total

Google soll angekündigt haben, Firmen von der Viren-Datenbank VirusTotal aussperren zu wollen. Laut einem Bericht von Reuters soll es sich dabei vor allem um kleiner, jüngere Unternehmen handeln. Google scheint der Meinung zu sein, dass diese Firmen von der Datenbank profitieren, im Gegenzug aber selber nicht genug dazu beitragen und so auf dem Rücken größerer, älterer AV-Firmen ihre eigenen Produkte verbessern.

Betroffen sind laut Reuters CrowdStrike, Cylance, Palo Alto Networks, SentinelOne und andere Mitbewerber. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf anynonyme Quellen, die mit der Materie vertraut seien. Welchen Einfluss die Änderung von Googles Strategie auf die Anti-Viren-Software dieser Unternehmen haben wird, ist unklar.

Mehrere der Firmen gaben gegenüber Reuters zu Protokoll, auch ohne Zugriff auf die Datenbank gut leben zu können. CrowdStrike gab an, sich noch in Verhandlungen mit Google zu befinden, wohingegen SentinelOne enttäuscht berichtete, VirusTotal habe keinen Weg bereitgestellt, mit dem Sicherheitsunternehmen zu kollaborieren.

VirusTotal betreibt seine Virendatenbank bereits über zehn Jahre lang. VirusTotal war 2012 von Google gekauft worden. Auf der Webseite können Nutzer verdächtige Dateien hochladen und erhalten die Einschätzung von mehr als 40 Scannern dazu, ob diese gefährlich sind. Der Dienst bekommt hunderttausende von Malware-Samples am Tag übermittelt.

AV-Hersteller stellen neuen, von ihnen entdeckten Schadcode ebenfalls zur Verfügung und erhalten im Gegenzug Samples von Viren, die sie noch nicht kennen. Das soll die AV-Software der verschiedenen Hersteller kollektiv verbessern und das Netz so sicherer für Anwender machen. (fab)