Während Coronavirus-Pandemie: Cyberangriff legt tschechisches Krankenhaus lahm

In der aktuellen Pandemie stehen vor allem auch Krankenhäuser im Fokus, weil sich dort entscheidet, wie es weitergeht. Das machen sich offenbar Hacker zunutze.

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(Bild: JARIRIYAWAT/Shutterstock.com)

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Mitten in der sich ausbreitenden Pandemie des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 haben Hacker den Betrieb der Uniklinik Brno in der Tschechischen Republik vorübergehend lahmgelegt. Das Krankenhaus betreibt unter anderem eines der größten Labore des Landes, in dem Proben auf den neuartigen Erreger getestet werden, schreibt Radio Prag. Der Angriff erfolgte demnach vergangenen Donnerstag und legte das Computernetzwerk der Klinik lahm. Dem Krankenhausleiter zufolge wird es Wochen dauern, den vollen Betrieb wieder herzustellen. Entgegen ursprünglicher Berichte waren die Tests auf COVID-19 von der Attacke aber nicht betroffen.

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Wie der Nachrichtensender weiter erklärt, musste die Klinik nach dem Angriff damit beginnen, Patienten in andere Krankenhäuser zu verlegen. Laut ZDnet gab es nach dem Angriff Lautsprecherdurchsagen in dem Krankenhaus, in denen Mitarbeiter aufgefordert wurden, ihre Computer wegen eines Sicherheitsvorfalls auszuschalten. Später seien alle Operationen abgesagt worden. In der Klinik werden laut Radio Prag auch jeden Tag etwa 20 Personen untersucht, bei denen der Verdacht besteht, dass sie sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben. Insgesamt gibt es in der Tschechischen Republik inzwischen (Montag) 298 Erkrankungen, getestet wurden demnach mehr als 5000 Personen.

Um was für einen Hackerangriff es sich genau gehandelt hat, ist derweil noch nicht bekannt. Es ist aber bei weitem nicht der erste auf ein Krankenhaus, denn Kliniken werden immer wieder als Ziel ausgewählt. Wohl, weil Betreiber sich einen Ausfall dort zumeist überhaupt nicht leisten können und außerdem die IT-Sicherheit nicht ausreicht. Gegenwärtig sind die Gefahren durch solche Angriffe aber noch einmal höher, weil sich in der aktuellen Pandemie abzeichnet, dass die Kapazitäten auch ohne die Folgen einer derartigen Attacke an ihre Grenzen geraten dürfte. Cyberangriffe wie der in Tschechien könnten dann verheerende Folgen haben.

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(mho)