Webstresser.org: Forscher beobachten vorübergehenden Rückgang von DDoS-Attacken

Forscher des IT-Sicherheitsunternehmens Link11 haben seit dem Takedown des DDoS-Marktplatzes webstresser.org eine starke Abnahme von Angriffen in Europa beobachtet. An einen dauerhaften Trend glauben sie aber nicht.

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Webstresser.org: Forscher beobachten starken Rückgang von DDoS-Attacken

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Von
  • Olivia von Westernhagen

Nachdem webstresser.org, einer der wohl größten Online-Marktplätze für DDoS-Angriffe weltweit, Ende April dieses Jahres von internationalen Strafverfolgungsbehörden stillgelegt wurde, soll die Zahl der Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacken in Europa stark zurückgegangen sein. Das geht aus einer Pressemitteilung des Sicherheitsunternehmens Link11 hervor, das DDos-Aktivitäten kontinuierlich analysiert und seine Erkenntnisse in quartalsweise erscheinenden Reports veröffentlicht.

Wo früher DDos-Werkzeuge feilgeboten wurden, stehen jetzt Informationen zur "PowerOFF"-Aktion.

(Bild: webstresser.org)

Seit dem – von den Behörden als "Operation Power Off" bezeichneten – webstresser-Takedown verzeichneten die Forscher von Link11 einen europaweiten Rückgang von DDos-Angriffen um durchschnittlich 60 Prozent. In den zwei Tagen unmittelbar nach der Stilllegung sollen es gar bis zu 64 Prozent gewesen sein.

Die Zahl der Angriffe, die im April 2018 mit Werkzeugen von webstresser.org durchgeführt wurden, bezifferte Europol auf vier Millionen. Sie waren von rund 136.000 Nutzern in Auftrag gegeben worden.

Für die Annahme, dass der Rückgang der Attacken von Dauer sei, besteht jedoch kein Anlass. Laut Link11 wachsen "für jeden zerschlagenen Marktplatz, der DDoS-Attacken auf Bestellung anbietet, [...] wie bei einer Hydra mehrere neue Plattformen nach.“

Das Unternehmen beobachtet bereits seit Jahren eine kontinuierliche Zunahme von DDoS-"Mietangeboten" und rechnet damit, dass sich dieser Trend weiterhin fortsetzen wird. Für Unternehmen ist es somit wichtiger denn je, sich mit den Risiken auseinanderzusetzen. (ovw)