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Security

Wenn das SWAT-Team vor der Tür steht ...

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Ein 19-jähriger Phreaker ("Phone Freak") wurde in den USA zu mehr als elf Jahren Gefängnis verurteilt, weil er mehrfach telefonische Notrufe absetzte und so den Einsatz von Sondereinsatzkommandos (Special Weapons and Tactics, SWAT) auslöste. Dabei rückten die Spezialeinheit an den zur Telefonnummer passenden Ort aus und fanden schlafende Familien vor. Derartige Vorgänge kommen in den USA mittlerweile wohl häufiger vor, sodass sich dort bereits der Begriff "swatting" eingebürgert hat.

Bei den Notrufen an 911 übermittelte der nun verurteilte Täter gefälschte Telefonummern (Caller-ID) und gab unter anderem vor, Geiseln in seiner Gewalt zu haben. Für die Manipulation der Caller-ID soll er die Telefonnetze mehrerer Anbieter manipuliert haben, darunter AT&T, Sprint und Verizon. Als ihm ein Sicherheitsangesteller des Anbieters Verizon auf die Schliche kam und weitere Ermittlungen anstellte, soll er diesen bedroht – und auch dessen Telefonanschluss manipuliert haben. Daraufhin schaltete der Mitarbeiter das FBI ein.

Der seit seiner Geburt blinde Phreaker soll US-Medienberichten seit seinem achten Lebensjahr Telefone manipuliert haben und als notorischer Hacker bekannt sein.

Swatting wirft insbesondere in den USA die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit des Telefonnetzes auf. Caller-IDs lassen sich nicht nur in den Telefonnetzen der US-Anbieter manipulieren, auch hierzulande ist es möglich, eine Caller-ID zu fälschen beziehungsweise eine Nummer nach eigener Wahl zu übermitteln, die nichts mehr mit dem Standort zu tun hat.

Daneben gibt es auch immer häufiger Berichte, wonach Phisher mit nachgemachten Telefonbanking-Nummern auf Phish-Zug gehen (Vishing). In der Regel machten sie sich dazu auf VoIP-beruhende TK-Anlagen zunutze. Zudem lässt sich etwa bei Anrufen per Skype nicht mehr zurückverfolgen, von wo der Anruf wirklich stammt.

Siehe dazu auch:

(Daniel Bachfeld) / (dab)