c't Digitale Fotografie 4/2016
S. 46
Kameratest
Pentax K-1
Aufmacherbild

Vollformat mit Extras Pentax K-1

TEST

Pentax hat sich lange Zeit gelassen mit seiner ersten vollformatigen Spiegelreflexkamera. Nun ist sie da und hat einiges zu bieten. Neben einem hochauflösenden Sensor gibt es eine Reihe von Extras, mit denen sie sich von den Mitbewerbern absetzen kann. Wir haben die neue nicht nur ins Labor geschickt, sondern sind mit ihr auch auf Sternenjagd gegangen.

Gleich bei der ersten Kontaktaufnahme vermittelt die Pentax K-1 dem Fotografen: Ich bin kein Spielzeug. Mit etwas über einem Kilogramm liegt sie schwer in der Hand. Dabei wirkt sie jedoch nicht klobig, sondern für eine Vollformat-DSLR angenehm kompakt. Im Inneren steckt ein Kleinbildsensor mit 36 Megapixeln. Der CMOS-Chip deckt einen Bereich von ISO 100 bis ISO 25 600 ab – erweiterbar bis ISO 204 800. Für den Autofokus setzt die K-1 auf ein System mit 33 Messfeldern, das ab –3EV zuverlässig arbeiten soll. Der Belichtungssensor löst mit 86 000 Pixeln auf und unterstützt das Autofokussystem bei der Erkennung und Verfolgung von bewegten Motiven. Vollformat-Systemkameras mit ähnlichem Sensor gibt es bereits seit über zwei Jahren in Form von Nikons D810 und Sonys A7R. Beide bieten ebenfalls eine Auflösung von 36 Megapixeln. Sony bietet mit der A7R II bereits einen Nachfolger mit 42 Megapixeln an und auch bei Nikon könnte es bald wieder so weit sein.

Die Mechanik des beweglichen Displays der Pentax K-1 hält einiges aus.
Die Pentax K-1 sitzt in einem robusten Gehäuse. Trotz des hohen Gewichts wirkt sie handlich.

Darüber hinaus setzt Pentax bei der K-1 auf Ausstattung und einige Alleinstellungsmerkmale für Spezialisten. GPS gehört hier ebenso zum Standardrepertoire wie WLAN (siehe auch „WLAN in Kameras“ ab Seite 136). Eine Besonderheit in dieser Klasse ist das robuste wasser- und staubgeschützte Gehäuse mit dem ebenfalls sehr stabilen Klappdisplay. Mechanisch ist es so dimensioniert, dass man notfalls sogar die Kamera daran tragen kann. Für Astrofotografen gibt es mit dem Astrotracer ein weiteres Highlight, das Pentax bereits in der APS-C-DSLR K-3 II verbaut hatte. In einer Nachtaktion haben wir diese Funktion zusammen mit dem passionierten Astro-Landschafts-Fotografen Helmut Schnieder intensiv getestet und überraschende Ergebnisse erzielt (siehe Seite 51). Im Modus Pixel Shift Resolution belichtet die Kamera statt einer gleich vier Aufnahmen, die jeweils um ein Pixel vertikal und horizontal versetzt sind. Daraus berechnet sie ein neues Gesamtbild, das eine höhere Detailschärfe bieten soll. Pixel Shift Resolution empfiehlt sich vorzugsweise für Aufnahmen vom Stativ; für bewegte Motive gibt es einen speziellen Modus.

Die Kartenfächer und das Bajonett der Pentax K-1 sind auf Wunsch beleuchtbar.

Ausgestattet mit dem Pentax K-Bajonett ist die Kamera zu vielen bereits vorhandenen Pentax-Objektiven kompatibel. Es lassen sich auch Crop-Linsen (Pentax DA) anflanschen, dann nutzt die Kamera automatisch nur den inneren Bereich des Sensors. Auf der Internetseite zeigt der Hersteller fürs Vollformat bislang sieben Pentax D-Linsen, darunter fünf Zoom-Objektive von 15 bis 450 Millimeter sowie zwei Makrofestbrennweiten mit 50 und 100 Millimeter Brennweite. Darüber hinaus gibt es noch einige manuelle, zumeist lichtstarke (f/1.8) Festbrennweiten von 31 bis 77 Millimeter Brennweite – für den Anfang eine gute Basis.