c't Digitale Fotografie 4/2016
S. 122
Kameratest
Sofortbild

TEST Sofortbild KAMERAS

In diesem Test werden keine Pixel gezählt. Sind ja keine da. Sieben Sofortbildkameras treten zu einem Test an, wie ihn unser Prüflabor noch nicht gesehen hat: Gerade frisch präsentierte Modelle gegen solche, die schon Jahrzehnte alt sind. Der Markt dieser Kameras ist so groß geworden, dass der Vergleich hier lohnt. Von der historischen Spiegelreflex bis zur modernen App-Steuerung – lassen wir uns überraschen.

Impossible I-1

Angedacht war die erste Impossible-Kamera schon lange. Schließlich kann man als Filmhersteller nicht warten, bis die ersten Polaroid-Kameras doch noch an Altersschwäche zusammenbrechen. Es ist keine kleine Herausforderung, in dem durch den Film gegebenen Rahmen noch innovativer zu sein. Das war Edwin Land schließlich auch schon. Allerdings ohne iPhone. Das braucht es wiederum, um mit der neuen I-1 richtig glücklich zu werden. Ab dem Spätsommer reicht dann auch ein Android-Smartphone. An der Kamera selbst kann man den Blitz nur an und aus sowie das ganze Bild heller oder dunkler stellen. So wie früher. Aber app app hurra: Via Smartphone lassen sich Blenden und Zeiten manuell einstellen und in gewisser Weise auch der Fokus. Dementsprechend wird eins der fünf Objektive passend zum gewählten Fokusbereich eingeschwenkt. Ohne App übernimmt das die Kamera via Infrarot-Messung. Dazu kommen dann noch der Fernauslöser, die Helligkeitssteuerung der LED-Lämpchen und lustige Gimmicks wie die Auslösung auf akustische Impulse.

Im Vergleich zur Konkurrenz überzeugt vor allem die Anwahl der Schärfebereiche und die Blendensteuerung. Das sorgt dafür, dass die Bilder deutlich mehr Schärfepotenzial bieten. Allerdings sind Zeiten, Linsen und Blenden teilweise abhängig voneinander. So lässt sich die Offenblende nicht mit der kürzesten Zeit kombinieren. Zu der Kamera aus der allerersten Anlieferung konnten wir die nächste Evolutionsstufe des Farbfilms ausprobieren. Das Bild wirkt schon merklich brillanter und ist auch schneller sichtbar. An das Aufnahme-Feeling muss man sich zumindest gewöhnen, da das Auslösen erst nach dem Loslassen des Auslösers erfolgt. Vielleicht heißt der dann ja bald Loslöser. Nach dem Auswerfen wird das Foto unter einem Froschzungenvorhang geschützt. Gar nicht froschig ist die Materialanmutung des überraschend kompakten Gehäuses. Sehr feine Sache. Der Zukunft des Sofortbilds zugewandt ist die Tatsache, dass die Kamera ihren eigenen Akku mitbringt und auf die Batterie im Film verzichten kann. Daher gibt es den 600er künftig mit und ohne Strom. Pola goes Öko und billiger wird es so auch.