c't Digitale Fotografie 5/2016
S. 114
Bildbearbeitung
Farben richtig korrigieren
Aufmacherbild
Fotos: Maike Jarsetz

Farben richtig korrigieren

Farbe ist neben Tonwerten und Bildkontrast der zweite wichtige Gestaltungsfaktor bei der Bildentwicklung. Auch bei den Farben kann man sich gezielt Schritt für Schritt an die optimale Gestaltung herantasten. Zunächst gilt es, das Bild zu analysieren und den Korrekturbedarf sicher zu beurteilen. Ist mit den ersten Tonwertkorrekturen und dem Weißabgleich die farbliche Klarheit hergestellt, kann man im weiteren die Motivfarben herausarbeiten oder bewusst manipulieren. Lassen Sie sich von den Workshops inspirieren.

Farbkorrekturen bilden in der Bildbearbeitung ein weites Spektrum ab. Das beginnt mit dem Weißabgleich, der einen Farbstich aus dem Bild entfernt und die Farben so schon einmal klarer erscheinen lässt, geht weiter mit der Steuerung der Intensität der Farben und finalisiert sich in der Ausarbeitung einzelner Motivfarben.

Möglichst viele dieser Arbeiten sollten schon bei der Raw-Konvertierung stattfinden, denn erst hier entstehen die Bildfarben. Eine Raw-Datei besteht zunächst aus reinen Helligkeitsinformationen für die Primärfarben Rot, Grün und Blau. In der Raw-Entwicklung werden diese in die Standard-Farbkanäle übertragen und fehlende Pixel interpoliert. In dieser Interpolation besteht die große Chance, denn hier werden alle Einstellungen und Korrekturen eingerechnet, die Sie während der Entwicklung vornehmen. Bei jeder Änderung des Weißabgleichs, der Sättigung oder der Farbbalance findet diese Berechnung neu statt. So werden die Farben nicht korrigiert, sondern erst in diesem Moment berechnet.

Eine Frage der Farbtiefe