c't Fotografie 1/2017
S. 142
Nachtfotografie in Schwarzweiß

Fotografie der Nacht

Lichtern und Schatten auf der Spur

Von nächtlichen Szenen mit ihren Wechselspielen zwischen Schatten und Licht geht ein besonderer Zauber aus. Das tagsüber Profane verwandelt sich in nächtliche Magie. Der Artikel vermittelt konzeptionelle und inhaltliche Überlegungen zur Nachtfotografie und zeigt auch Lösungen, wie die fotografischen Herausforderungen gemeistert werden können.

Schatten und Licht, Dunkelheit und Helligkeit, sich Verbergendes und Zeigendes, Illusionäres und Reales sind die wesentlichen Akteure der Nachtfotografie – unsere Fotografien in diesem Bereich sind von solchen Wechselspielen entscheidend geprägt. Sie unterscheiden sich damit maßgeblich von tagsüber angefertigten Fotografien, auf denen Gegenstände und Strukturen typischerweise die erste Geige spielen. Das künstliche Licht und dessen Schattenwurf erschaffen – wenn man so will – „neue Objekte der Nacht“ …

Es ist jene Parallelwelt der Dunkelheit, die mich immer wieder aufs Neue begeistert. Als Fotograf durchstreife ich die Nacht, sehe ich die bekannten Szenen des Tages nun in gänzlich anderer Weise. Das vormals Vertraute, oftmals auch Profane bekommt neue Bedeutung. Das Licht ändert seine Richtung, wirft lange und tiefe Schatten. Die unvermittelt neu entstehenden Objekte wirken allegorisch aufgeladen, sie entwickeln ein Eigenleben und treten in einen stillen Kontakt zueinander.

Aus dem Portfolio „Schtuagart at night (2011)“. Lichtspuren lenken den Blick in die Dunkelheit. Ein reizvolles Wechselspiel des sich Verbergens und Zeigens erwartet den Betrachter dort. Canon EOS 5D Mark II mit EF 17-40 mm f/4.0 L USM | 20 mm | ISO 400 | f/14 | Belichtungsreihe mit 0,15 s, 0,6 s und 2,4 s

Bilder des Tages und der Nacht