c't Fotografie 2/2017
S. 38
Kameratest
Aufmacherbild

Yi M1 gegen Olympus E-PL8

Das taugt die China-Spiegellose

Preiswunder oder billige Zeitverschwendung? Auf der Photokina 2016 gehörte die spiegellose Systemkamera Yi M1 „Made in China“ zu den Überraschungen. Nun sind die Geräte tatsächlich auch hier zu kaufen. Wir haben ein Exemplar gegen die Olympus E-PL8 antreten lassen, die ebenfalls in der Preisklasse unter 600 spielt.

Der japanische Kamerahersteller Olympus feiert 2017 seinen 98. Geburtstag. Der chinesische Kamerahersteller Yi darf in diesem Jahr erst zwei Kerzen auf seiner Geburtstagstorte ausblasen. Das 2014 gegründete Unternehmen tritt dennoch selbstbewusst an, altehrwürdige Unternehmen wie eben Olympus mächtig unter Druck zu setzen. Schaffen wollen die Chinesen dies mit der M1 – nach eigenen Aussagen die „am besten vernetzte spiegellose Kamera der Welt“. Da möchte man unweigerlich den Ausruf „Nein, des Universums“ hinten anschließen. Aber Spaß beiseite. Bewiesen ist schließlich noch nichts. Die Worte zur Produktankündigung der M1 waren groß, das Presseecho zur Photokina fast noch größer. Als einzige echte Überraschung wurde sie damals gefeiert. Nun ist sie im Markt unter anderem über Amazon erhältlich. Und sie wildert im gut bestückten Segment der Einsteiger-Systemkameras unter 600 Euro. Die Konkurrenten heißen hier Panasonic GX800, Sony A6000 oder Olympus E-PL8. Mit Letzterer schicken wir die Yi M1 in den Ring. Beide Spiegellose gehören dabei zur Micro-Four-Thirds-Familie und arbeiten mit einem Sensor im Format 17,3 mm × 13 mm.

Auspacken, aufstellen, in die Hand nehmen – der erste Blick

Einen ersten Pluspunkt kann die M1 schon mit ihrem Namen für sich verbuchen. Der ist richtig einfach zu merken. Pen E-PL8 bricht einem dagegen fast die Zunge und bleibt kryptisch. Tatsächlich hat der Name allerdings auch eine lange Tradition. Die digitale Pen-Linie gibt es schon seit 2009 in etlichen Ausprägungen.